Pia Klemp: Joko und Klaas bringen Bonner Kapitänin ins TV

Pia Klemp : Joko und Klaas bringen Bonner Kapitänin ins TV

Pia Klemp war als Kapitänin auf der Iuventa und der Seawatch im Mittelmeer für die Rettung von Flüchtlingen im Einsatz. Am Mittwochabend verschafften die Moderatoren Joko und Klaas der Bonnerin Redezeit zur Primetime auf Prosieben.

Nachdem Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf am Dienstagabend in ihrer neuen Sendung "Joko und Klaas gegen Prosieben" ihren Heimsender besiegt haben, stellte Prosieben den beiden Moderatoren am Dienstagabend zur Primetime 15 Minuten Live-Sendezeit zur Verfügung. "Prosieben hat keinerlei Einfluss auf die Gestaltung der gewonnenen Sendezeit. Hoffen wir das Beste", war auf einer Hinweistafel zuvor am Mittwochabend im TV zu lesen.

Wer nun dachte, dass Joko und Klaas die 15 Minuten für Comedy nutzen, wurde überrascht. Auf einem Stuhl gaben die beiden der früheren Bonner Iuventa- und Seawatch-Kapitänin Pia Klemp, Sozialarbeiter Dieter Puhl und Autorin Birgit Lohmeyer Zeit, ihre Anliegen vor einem Millionenpublikum zu erklären.

Klemp nutzte die Sendezeit, um auf die Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer aufmerksam zu machen. "Ich sah nicht nur Menschen elendig ertrinken, sondern auch Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer alltäglich sein", sagte die frühere Kapitänin des Schiffes Iuventa, das im August 2017 in Italien beschlagnahmt wurde. Alleine mit der Iuventa sei 14.000 Menschen in Seenot das Leben gerettet worden.

"Wir werden Zeuge davon, was Männer, Frauen und Kinder auf sich nehmen müssen, wenn ihnen sichere Einreisewege verwehrt werden und wie Flüchtlingsboote von europäischen Kriegsschiffen ignoriert werden", so Klemp weiter. Tagelang sei sie mit einem toten Zweijährigen in einer Tiefkühltruhe auf und abgefahren, weil kein europäisches Land ihn retten wollte, als es noch möglich gewesen sei.

Die 36 Jahre alte Bonnerin nutzte ihre Sendezeit auch, um Kritik an der EU zu üben. Die EU lasse Menschen wissentlich ertrinken und mache Flüchtlinge und Migranten zu Illegalen. Das Mittelmeer bleibe die tödlichste Grenze der Welt.

Ebenfalls anwesend waren Sozialarbeiter Dieter Puhl und Autorin Birgit Lohmeyer. Puhl hat zehn Jahre lang die evangelische Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo in Berlin geleitet. Er berichtete von der Obdachlosenhilfe in der Hauptstadt und sagte: "Ich kenne keinen einzigen Obdachlosen in Berlin und im ganzen Bundesgebiet, dem es gut geht."

Gegen rechtsextreme Gewalt im mecklenburgischen Jamel kämpft Lohmeyer. Sie wollte „in einem kleinen Dorf demokratischen Gegenwind“ bieten. An Betroffene appellierte sie: „Wehrt euch, lasst euch nicht einschüchtern.“

Mehr von GA BONN