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Bauvorhaben in Bonn-Ückesdorf: Investor will am Götgesbach bauen

Bauvorhaben in Bonn-Ückesdorf : Investor will am Götgesbach bauen

Die Parteien diskutieren den Plan kontrovers. Denn das Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet. Auch die Baumallee muss erhalten bleiben.

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Das Panorama ist wirklich einzigartig: Im Hintergrund ragt die Turmspitze der katholischen Kirche Christi Auferstehung über den Baumwipfeln hervor, auf der anderen Seite öffnet sich ein grandioser Blick auf den Venusberg. Noch grasen hin und wieder Pferde auf den Wiesen parallel zur Straße „Am Götgesbach“ in Ückesdorf.

Doch schon bald könnten an dieser Stelle neue Häuser entstehen. Denn ein örtlicher Investor will eingeschossige Einzel- und Doppelhäuser mit insgesamt zwölf neuen Wohneinheiten gegenüber der bestehenden Bebauung errichten. Bevor die ersten Bagger allerdings anrücken können, muss der Bebauungsplan für diesen Bereich geändert werden. Am 2. Mai wird sich der Umwelt- sowie am 3. Mai der Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt mit diesem Vorhaben beschäftigen.

Um in dieser Gemarkung Häuser zu bauen, müsste das Areal allerdings aus dem Landschaftsschutz entlassen und der Landschaftsplan Kottenforst entsprechend geändert sowie der Flächennutzungsplan angepasst werden. Zudem stehen einer eventuellen Planung auch die Straßenbäume im Weg. Denn die Straße „Am Götgesbach“ ist nach dem Landschaftsschutzgesetz eine geschützte Allee. Daher sollen die vorhandenen Bäume erhalten bleiben und nicht für Zuwege oder Zufahrten geopfert werden.

Landschaftsbeirat gegen Bebauung

Zwar ist quer durch alle Parteien die angespannte Wohnsituation in Bonn bekannt. Aber: „Es gilt, mögliche negative landschaftliche und klimatische Auswirkungen weitestgehend auszuschließen. Das Feuchtgebiet, durch das der Götgesbach fließt, ist vermutlich eine wichtige Kühlschneise für den Ortsteil. Das sollte bei der Entscheidung durch die Gremien berücksichtigt werden“, fordert Georg Goetz, CDU-Stadtverordneter für Venusberg und Ippendorf.

Dennoch unterstützt seine Fraktion eine Bebauung in diesem Bereich. „Angesichts des aktuellen Bedarfs an Wohnraum möchten wir alle denkbaren Flächen in der Koalition und den Fachgremien diskutieren. Auch die, in denen nur vergleichsweise wenige Wohneinheiten errichtet werden können“, so Goetz.

Die Grünen lehnen den Plan grundsätzlich ab. „Der Landschaftsbeirat hat sich unmissverständlich und aus nachvollziehbaren Gründen gegen eine Bebauung ausgesprochen“, legt Hartwig Lohmeyer die Position seiner Fraktion dar. „Wir sehen die geplante Bebauung kritisch. Auch der Wohnraummangel in Bonn kann nicht als Rechtfertigung für die verschwenderische Inanspruchnahme von Freiflächen und weitere Zersiedelung der Landschaft herhalten. Zumal es hier um eine sehr geringe Zahl an Wohneinheiten in Einzelhäusern mit hohem Flächenbedarf geht, die keine wirksame Maßnahme gegen den Wohnraummangel im preisgünstigen Segment darstellen“, erklärt er.

Keine Eingriffe in Landschaftsplan

Die SPD hat gegen eine Änderung des derzeitigen Bebauungsplans nichts einzuwenden. „Wichtig ist uns, dass der Alleecharakter der Straße vollständig erhalten wird und die Ausgleichsmaßnahmen auf angrenzenden Grundstücken realisiert werden“, nimmt Elisabeth Zaun, Stadtverordnete für Röttgen und Ückesdorf, Stellung. Da das Verfahren wegen der geringen Anzahl an Wohneinheiten nachrangig behandelt werde, geht die SPD nicht von einer schnellen Umsetzung des Vorhabens aus.

„Die FDP steht grundsätzlich einer beidseitigen Bebauung der Straße „Am Götgesbach“ positiv gegenüber. Die Vervollständigung der Straßenrandbebauung ist kein Indiz dafür, dass Eingriffe in den Landschaftsplan Kottenforst beabsichtigt sind,“ beteiligt sich Planungssprecher Frank Thomas an der Diskussion.

Am Dienstag, 2. Mai, ist das Vorhaben „Am Götgesbach“ Thema im Umweltausschuss, am Mittwoch, 3. Mai, im Planungs- und Verkehrsausschuss.