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"Die große Nein-Tonne": Interaktives Theaterstück für Kinder

"Die große Nein-Tonne" : Interaktives Theaterstück für Kinder

Das Theaterstück "Die große Nein-Tonne" ermutigt Kinder, Nein zu sagen und über ihre Gefühle zu reden. 30 Zuschauer waren in das Haus der Evangelischen Kirche an der Adenauerallee 37 gekommen, um sich das Stück der Theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück anzuschauen.

Die meisten von ihnen waren Pädagogen, die aus der Aufführung etwas für ihre Arbeit mitnehmen wollten, aber auch das ein oder andere Kind mit seinen Eltern war gekommen. Die Hannah-Stiftung gegen sexualisierte Gewalt finanzierte das Theaterstück für Kinder von etwa vier bis acht Jahren.

Vor der Aufführung stellten Bonner Fachberatungsstellen den Eltern und Pädagogen ihre Arbeit vor. Außerdem lagen Broschüren zum Mitnehmen aus. Eine wichtige Botschaft für die Anwesenden: Erwachsene und Kinder können auch vorbeugend die Beratungsstellen aufsuchen.

In dem Zweipersonenstück schlüpfen die Schauspieler in die Rolle von Kindern und sprechen über Dinge, die ihnen gar nicht gefallen. Wie zum Beispiel, dass ihre Mutter ihnen ständig sagt, dass sie eine Jacke anziehen sollen, obwohl es ihnen gar nicht kalt ist. Oder wenn der Mitschüler sie feige nennt, nur weil sie Angst haben vom Dach einer Garage zu springen. Die Kinder ermutigen sich gegenseitig, auch mal Nein zu sagen und mit Familie und Freunden über ihre Gefühle zu sprechen.

Zeichnungen solcher Situationen, die sie ablehnen, landen in einer Tonne, eben der Nein-Tonne. Doch bevor etwas entsorgt wird, muss erst der Spruch: " Fege, fege lieber Wind, in die Tonne was uns Nein-Gefühle macht - geschwind" aufgesagt werden. Daran beteiligten sich auch die Zuschauer. "Unser Grundsatz ist, dass die Stücke interaktiv sein sollen", sagte Rolf Härter von der Theaterpädogischen Werkstatt.

Doch nicht alles landet in der Tonne. Auch wenn die Kinder manchmal keine Lust hätten, ihr Zimmer aufzuräumen, ihre Zähne zu putzen oder sich an Regeln zu halten, sei es wichtig, dort sein Nein-Gefühl zu unterdrücken. Denn danach fühle man sich besser. Dies sei der Unterschied zu Situationen wie der Mutprobe, bei denen die Kinder sich schlechter fühlen würden, wenn sie ihre Ablehnung unterdrücken.

An Ende setzten sich die Schauspieler mit den Kindern und Erwachsenen zusammen und redeten über die Botschaft des Stückes. "Dies ist ein Grundsatz der Theaterstücke der Pädagogischen Werkstatt" sagt Härter. Bei den Kindern kam die Aufführung gut an. Es wurde viel gelacht. Auch der fünfjährige Cornelius hatte Spaß am Theaterstück. "Mir hat es gefallen, besonders die Nein-Tonne fand ich gut."