Bonner Spendenparlament: Integration von Flüchtlingen steht im Mittelpunkt

Bonner Spendenparlament : Integration von Flüchtlingen steht im Mittelpunkt

Die Integration der zahlreichen in Bonn lebenden Flüchtlinge ist nach Meinung des Bonner Spendenparlaments offenbar eine der dringendsten Herausforderungen bürgerschaftlichen Engagements. Jedenfalls dient mehr als die Hälfte der von dem Gremium am Mittwochnachmittag auf seiner 15. Sitzung beschlossenen Hilfsprojekte der Integration Zugewanderter.

Die restlichen unterstützten Projekte setzen sich für Drogenabhängige, Obdachlose oder von Armut bedrohte Senioren ein. „Die gerechte Teilhabe möglichst aller Bevölkerungsgruppen unserer Stadtgesellschaft liegt uns besonders am Herzen“, sagte denn auch der Vorsitzende Hans-Martin Schmidt bei seiner Begrüßung im großen Saal im neuen Haus der Bildung.

„Seelenfutter“, „Rollende Quartiersbank“, „Überleben sichern“, „Herzwärts“ oder „Wir schaffen das doch“ sind die Namen nur einiger Hilfsprojekte, deren Förderung die „Parlamentarier“ beschlossen haben: Insgesamt präsentierten zehn gemeinnützige Bonner Vereine und Institutionen ihre geplanten sozialen Vorhaben, für die sie finanzielle Unterstützung beantragt hatten.

Nach der Präsentation und Diskussion stimmten die Mitglieder des Spendenparlaments darüber ab, ob und in welcher Höhe die vorgestellten Projekte aus dem Spendenaufkommen gefördert werden, und alle Antragsteller konnten sich über einen positiven Bescheid des Gremiums freuen.

Fördermittel um 20 Prozent erhöht

In vier Fällen erhöhten die Parlamentarier die beantragten Fördermittel sogar um jeweils 20 Prozent, und so kam letztlich die stolze Summe von 29.520 Euro zusammen. Konkret ging es um Vorhaben für Kinder suchtkranker Eltern, demente oder bewegungseingeschränkte Senioren oder auch obdachlose Drogenabhängige.

Bei den Flüchtlingsprojekten ging es um Sprachkurse für Kinder, die Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit, aber auch von Demokratiekompetenz für geflüchtete Jugendliche oder ein Berufscoaching speziell für Frauen mit Migrationshintergrund.

Wer sich als Mitglied zukünftig noch mehr engagieren will, kann dies ab sofort als „Lotse“ tun: „Jeder hat doch einen Freundes- und Bekanntenkreis oder ein anderes Netzwerk, über das er einem noch größeren Kreis ein Engagement beim Spendenparlament erschließen kann“, appellierte Schmidt an die Mitglieder.

Spendensumme wächst

Im vergangenen Jahr habe sich das Parlament weiter positiv entwickelt, so Schmidt: Mit einer Gesamtsumme von 78.000 Euro habe man 24 Projekte fördern können. Auch die Zahl der Mitglieder sei um 24 auf nunmehr 441 gestiegen. Die beachtlichen finanziellen Mittel verdanke man aber nicht nur diesen, sondern auch zusätzlichen freien Spenden von Unternehmen, Institutionen und Benefizaktionen. In den acht Jahren seines Bestehens hat das Parlament bereits 132 soziale Projekte mit insgesamt 358.000 Euro gefördert: „Darauf können wir stolz sein“, so Schmidt.