Grüne Inseln in Bonn: Initiatoren benötigen Hilfe für die Pflege

Grüne Inseln in Bonn : Initiatoren benötigen Hilfe für die Pflege

Die Initiatoren der Grünen Inseln suchen nach Hilfe für die Pflege der hölzernen Sitzecken in Bonn. Viele Bonner wünschen sich, dass die Grünen Inseln auch über das Pilotprojekt hinaus erhalten bleiben.

Sie ist Kommunikationszentrum und ein Stück Grün auf dem eher betonlastigen Münsterplatz. Die selbstgezimmerte Sitzecke – eine von bislang zehn grünen Inseln –, die der Wissenschaftsladen Bonn und die AG Grüne Infrastruktur am 11. Mai aufgestellt haben, soll auch über den August hinaus bleiben: So wünschen es sich viele Bonner, die oft darauf warten müssen, dass sie ein freies Plätzchen ergattern. So wie Jutta Schulz. Gerade auf dem Münsterplatz, wo die Baumscheiben nicht begrünt sind, sei die grüne Insel ein wichtiger Beitrag für die Verbesserung des Mikroklimas.

Die Haftungsfrage muss geklärt sein

„Ich fand es klasse, hier eine solche schöne unverbindliche Sitzgelegenheit zu finden“, sagt Ulrike Kröger und sonnt sich ein wenig, bis ihre Verabredung dazustößt. Die Bad Godesbergerin findet, dass die Innenstadt viel zu wenig solcher Sitzgelegenheiten außerhalb von Cafés und Restaurants bietet. „Schade nur, dass die Bepflanzung noch etwas dürftig aussieht.“

Dass die grüne Insel so gut ankommt, freut die Initiatoren der AG Grüne Infrastruktur. Im vergangenen Jahr habe man mit dem Umweltamt überlegt, wie das bislang einzigartige Projekt realisiert werden kann. Dass es nicht auf Dauer ausgelegt ist, hat seinen Grund: „Wir wollen zunächst austesten, ob unsere Insel dem Vandalismus zum Opfer fällt und wie sie angenommen wird“, erklärt Meike Reimann von der AG. Alles läuft wie gewünscht: „Lediglich ein paar wenige Menschen verwechseln die Bepflanzung mit einem Mülleimer“, so Reimann.

Noch etwas spricht dafür, dass die Sitzecke keine Dauereinrichtung ist: „In der Zeit, in der die Insel auf dem Münsterplatz steht, haften wir für Schäden oder Unfälle.“ Diese könnten dank einer Versicherung des Wissenschaftsladens übernommen werden. „Wir als studentische AG können dies gar nicht tragen“, so Reimann.

Bislang kümmern sich die Studenten um die Pflege. Die Organisatoren würden sich aber über Paten freuen, die die Pflanzen gießen und Beete säubern. Das wäre dann auch eine Möglichkeit, die Inseln dauerhaft zu etablieren. Die Paten bekämen am Ende des Projekts die Anlage geschenkt, müssten sich dann weiter darum kümmern und auch die Kosten für eine neue Bepflanzung und Reparaturen tragen. Auch an die Überwinterung sei zu denken. „Im öffentlichen Raum sieht es schwieriger aus, freiwillige Helfer zu finden“, hat Meike Reimann festgestellt.

Gut bestellt ist es um die grüne Insel bei der Kreuzkirche: Für die Holzkonstruktion, die dort bald aufgestellt wird, steht schon fest, wer sich dauerhaft darum kümmern soll.