Streik in der Region: In Köln/Bonn bleiben viele Maschinen am Boden

Streik in der Region : In Köln/Bonn bleiben viele Maschinen am Boden

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg bietet eine Hotline für Pendler im öffentlichen Nahverkehr an. Die Landesklinik arbeitet mit Notbesetzung, vier Kitas schließen komplett.

Wegen des Warnstreiks um Lohnerhöhungen, zu denen unter anderem die Gewerkschaften Verdi und Komba für Mittwoch ganztägig aufgerufen haben, wird der Nahverkehr im Bonner und im Kölner Stadtgebiet überwiegend zum Erliegen kommen. Die Stadtwerke Bonn (SWB) gehen davon aus, umfassend bestreikt zu werden. Bahnen und Busse bleiben in den Depots, lediglich 20 Busse von Subunternehmern werden nach Auskunft der SWB auf Teilrouten unterwegs sein. Einen festen Fahrplan gibt es nicht.

Busse der 500er Linien (Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft) sowie Busse der 800er Linien (Regionalverkehr Köln) sind vom Streik nicht betroffen und fahren daher auch auf ihren Linien im Bonner Stadtgebiet – ebenso wie Deutsche Bahn, Mittelrheinbahn und andere Eisenbahnverkehrsunternehmen. Pendler können auch auf S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpressbahnen (RE) ausweichen.

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) rechnen ebenfalls mit einer breiten Arbeitsniederlegung in ihrer Belegschaft. In der Domstadt werden lediglich einige Subunternehmer mit Bussen unterwegs sein, deren Fahrten über den elektronischen Fahrplan angekündigt werden. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ist bei Fragen rund um den öffentlichen Nahverkehr telefonisch erreichbar.

Bereits ab Mitternacht hat die Gewerkschaft Verdi das Bodenpersonal an Flughäfen zum Warnstreik aufgerufen. Entsprechend rechnet die Geschäftsführung am Köln/Bonner Flughafen mit erheblichen Beeinträchtigungen. Stand gestern seien 91 Flüge von den ursprünglich für Mittwoch geplanten 276 Flügen gestrichen, teilte der Flughafen mit.

Es handele sich um 16 Flüge der Lufthansa auf der Strecke nach München (neun Starts, sieben Ankünfte) sowie 31 Starts und 31 Landungen von Eurowings auf Kurz- und Mittelstrecken. Auch Air Berlin hat sieben Abflüge und sechs Ankünfte (Berlin, München) aus dem Flugplan genommen.

Reisende erhalten aktuelle Informationen zu ihrem Flugstatus auf den Internetseiten der Airlines und Reiseveranstalter. Es könne zu weiteren Flugausfällen und Verspätungen kommen. Die Bonner Stadtverwaltung informiert auf ihrer Homepage www.bonn.de fortlaufend, welche kommunalen Kindertagesstätten betroffen sind.

Bis Redaktionsschluss meldeten die Kitas an der Dorotheeenstraße, der Graurheindorfer Straße (Nordstadt), der Von-den-Driesch-Straße (Buschdorf) und der Annaberger Straße (Friesdorf) Komplettschließungen an. Viele Kindergärten halten eine Notbesetzung aufrecht. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie gibt Auskunft für Eltern. Dort kann die aktuelle Streiklage abgefragt werden, sofern sie von den Gewerkschaften kommuniziert wird.

Auch im Umland haben Kindergärten Schließungen angekündigt. Die Bürgerdienste sind kaum betroffen, weil dort überwiegend Beamte arbeiten. Die LVR-Landesklinik am Kaiser-Karl-Ring arbeitet mit einer Notbesetzung im Pflegedienst. Nach Auskunft von Sprecherin Sonja Reich kann es vereinzelt es zu Absagen von Behandlungen wie Ergotherapien kommen. „Die Ärzte treten aber nicht in den Streik“, sagte sie.

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