Kommentar zum Deutschen Museum: Immerhin der Mindestlohn

Kommentar zum Deutschen Museum : Immerhin der Mindestlohn

Das Deutsche Museum hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Es gab nach dem verkündeten Aus viel Zuspruch, viele Gespräche, viel Bewegung. Eine Menge Menschen haben im Hintergrund für den Erhalt gekämpft und wollen es weiterhin tun.

Teilweise ist das Engagement im Förderverein ehrenamtlich, teilweise von unternehmerischen Interessen geleitet, weil man das Museum als wichtigen Lernort sieht, um für technische Ausbildungsberufe zu begeistern. So ist es mit guten Ideen gelungen, einen Finanzplan aufzustellen, der die festen Betriebskosten auf 600.000 Euro senkt. Statt der vormaligen 830 000 Euro an städtischen Zuschüssen soll Bonn noch einen Anteil von 400.000 Euro aufbringen; eine Einsparung von mehr als 50 Prozent jährlich.

Angesichts dieser Zahlen ist der jetzt gefasste Beschluss im Finanzausschuss ein erstes richtiges Signal – ein Mindestlohn für die Anstrengungen des vergangenen Jahres. Etwas Zeit und Luft ist gewonnen, weil das Mutterhaus in München sich als geduldig erweist. Der Sperrvermerk, im Frühjahr ein weiteres Mal auf die Finanzplanung zu schauen, was die umliegenden Kommunen beitragen, ist haushalterisch zwar verständlich, aber über dem Museum schwebt er wie das Damoklesschwert.

Im Rhein-Sieg-Kreis spielt man ein ähnliches Spiel. Dort ist ein Betrag für das Museum im Gespräch unter der Prämisse, dass die Stadt Bonn die genannten 400.000 Euro zur Verfügung stellt. Insofern ist der Beschluss ein zartes Pflänzchen der Hoffnung für die Rettung des Deutschen Museums. Es ist dringend geboten, dass Oberbürgermeister Ashok Sridharan den versprochenen Runden Tisch terminiert. Und die Beteiligten sollten an diesem Tisch nicht nur pokern. Sondern nach tragfähigen Lösungen suchen, damit es am Ende nicht nur Verlierer gibt.

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