Internationaler Weltfrauentag in Bonn: Immer wieder der Traum vom Frieden

Internationaler Weltfrauentag in Bonn : Immer wieder der Traum vom Frieden

Mehr als 20 Organisationen feiern den Internationalen Frauentag.

Vergraben in Trümmern, unfähig zu handeln, windet sich die armlose Frauenfigur wie ein leidendes, schwer verletztes Wesen aus dem Boden. Sie krümmt und biegt sich, während tosend Donner und Blitze, elektronisch verzerrte Winde, den Raum um sie hüllen. Sirenen heulen, während die Figur über der zerschundenen Erde tanzt.

Voller Symbolkraft und emotionaler Hingabe hat Bibiana Jiménez ihr neues Tanztheaterprojekt "Der Traum von Fridu" choreographiert - für sie und ihre Partnerin, die Kölner Schauspielerin und Sängerin Johanna May auch eine körperliche Herausforderung, fast eine Stunde lang konzentriert und unter ständiger Körperanspannung dieses nicht einfache Thema umzusetzen.

"Der Traum von Fridu " ist eine Hommage an Bertha von Suttner, die am Samstag zum Internationalen Frauentag im Frauenmuseum aufgeführt wurde. Dieses und 20 Frauenorganisationen haben den diesjährigen Internationalen Frauentag in Bonn unter das Oberthema "Frauen, Frieden und Gerechtigkeit" gestellt.

Zuvor hatten 22 Vertreterinnen verschiedener Organisationen und Behörden ihre Slogans zum Frauentag vorgetragen. Etwa Andrea Cordes von UN Women: "Wer Frauen stärkt, stärkt die Welt. Mach mit!" Oder Klaudia Nebelin vom Frauenmuseum: "Frauenmuseum Bonn, ein Leuchtturm der Kultur - wir lassen uns nicht wegsparen." Heide Schütz vom Frauennetzwerk Frieden, die auch später ein Gespräch mit den Künstlerinnen moderierte, forderte: "Frauen an die Friedenstische!" Und Marita Hoscheidt von Polythea fragte sich, wo den die "Tempel der vielfältigen Göttinnen" blieben?

"So ein Tag ist ganz wichtig für uns, weil er zeigt, dass wir nicht nur ein Zentrum für Frauenkultur und -geschichte sind, sondern auch für das Frauennetzwerk von großer Bedeutung sind", so Nebelin. Museumsleiterin Marianne Pitzen sieht die Entscheidung über die von der Verwaltungsspitze vorgeschlagene Zuschusskürzung noch längst nicht vom Tisch - trotz vieler Gespräche mit Entscheidungsträgern. Den Vorstoß von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Kulturdezernent Martin Schumacher empfinde sie "als ziemliche Aggression", sagte sie - was auch irgendwie zum neuen Projekt "Krieg und Frauen: 1915 - 1945 - 2015" passe. Dafür indes, so räumte sie ein, habe es einen städtischen Zuschuss von 5000 Euro gegeben.

Die Absurdität des Krieges, so wie es Bertha von Suttner formuliert hattee, stand im Vordergrund der Performance, die gespickt war mit Texten der vor 100 Jahren gestorbenen Friedensnobelpreisträgerin: "Rache und immer wieder Rache! Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden."

Auch im Alten Rathaus spielte der Internationale Frauentag eine Rolle. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und die Präsidentin des Soroptimist-Clubs Bonn-Bad Godesberg, Waltraud Große, hatten zu einem Empfang in den Gobelinsaal eingeladen.

Frauenmuseum erhält Unterstützung von Bundesministerin Schwesig

Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, will an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Kulturdezernent Martin Schumacher schreiben und sich dafür stark machen, dass die Stadt Bonn weiterhin ihren Zuschuss an das Frauenmuseum zahlt.

Das habe sie am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung "Schwestern zur Sonne zur Gleichheit" im Willy-Brandt-Haus in Berlin angekündigt", so die Leiterin des Frauenmuseums, Marianne Pitzen. Wie berichtet, schlägt der Verwaltungsvorstand vor, die 120 000 Euro, die jährlich für Miete und Nebenkosten für die städtische Immobilie Am Krausfeld veranschlagt werden, zu streichen.

Schumacher hatte das unter anderem damit begründet, das Frauenmuseum habe seine Ziele ja bereits erreicht, erklärte Pitzen bei der Auftaktveranstaltung zum Internationalen Frauentag am Samstag. Die rund 350 Besucher kommentierten dies mit lautem Gelächter.

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