Darts: Im Bonner Altstadt-Pub fliegen die Pfeile

Darts : Im Bonner Altstadt-Pub fliegen die Pfeile

Darts-Fans aus Bonn müssen sich einen neuen Termin im Kalender eintragen: Im Dubliner in der Bonner Maxstraße wird ab diesem Dienstag alle 14 Tage ein Steel-Darts-Turnier ausgetragen.

So richtig konnte keiner erklären, was den Hype ausmacht, der sich in den letzten Jahren rund um Dart entwickelt hat. „Das wird im Fernsehen richtig zelebriert“, sagte Patrick. Rekord-Weltmeister Phil Taylor oder der Deutsche Max Hopp würden die Fans mitreißen. Wie auch immer, das Dartspielen im größeren Stil ist jetzt auch im Dubliner Irish Pub an der Maxstraße angekommen. Dort startete der Dart-Cup, bei dem künftig regelmäßig Pfeile fliegen sollen.

Patrick machte am Freitagabend nur aus Spaß mit. „Das ist gutes Training.“ Er wirft seit einem halben Jahr die Pfeile für die „Dragon Darters“ in Eudenbach und hatte am Samstag schon wieder ein B-Liga-Spiel. „Ziel ist es, in der Bezirksliga zu spielen.“ Er sei schon recht gut – etwa 30 Prozent Glück, der Rest Können, und auch die 30 Prozent wolle er noch abbauen. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass er im Dubliner der Mann des Abends gewesen wäre: Sein erstes Vorrundenspiel verlor er.

Warum, ist durchaus nachzuvollziehen. Er lobte, dass die Betreiber gleich fünf Scheiben für Metallpfeile aufgehängt hatten. Man bräuchte noch Zähler, aber dafür müsste neben jeder Scheibe eine Person postiert werden. Und so nutzten die Beteiligten stattdessen ihre Smartphones, um ihre Wurfergebnisse einzutragen. Gespielt wurde der „Single out“-Modus, bei dem die Wurfergebnisse von 501 Punkten abgezogen werden. Am Ende reicht ein Wurf auf die passende Zahl, um auf null Punkte zu kommen – in vielen Wettbewerben muss man dafür den schmalen Ring auf der Scheibe treffen, der die Zähler verdoppelt.

Eine ganze Reihe Teilnehmer hatten sich eingefunden, darunter auch einige Frauen, und tatsächlich seien die wenigsten Stammkunden, stellte Moderator Max Heier fest. Jeder durfte wenigstens zweimal antreten – damit sich die Anmeldegebühr von fünf Euro wenigstens ein bisschen lohnt, so David Wüst vom Dubliner. Das freute Christian besonders, der in der ersten Runde ebenfalls gescheitert war. „Die Idee ist super“, fand er. „In Bonn gibt es wenig Lokalitäten, in denen man Steel Darts spielen kann.“

Eine Dartscheibe hing schon länger im Pub, die vier weiteren hatten die Betreiber in Eigenregie aufgebaut, weil sie selbst Spaß daran haben. „Wenn ich für die Uni lerne, stelle ich mich als Ausgleich hin und werfe eine Stunde“, so Wüst. Mit dem Turnier, das ab diesem Dienstag alle 14 Tage ausgerichtet wird, will man natürlich auch ein bisschen Kundenbindung betreiben. Denn es gibt nicht nur Tages-, sondern auch Quartals- und Jahressieger. Letztere gewinnen, da der Cup von Guinness gesponsert wird, eine Reise nach Irland mit Besuch der Brauerei.

Die Atmosphäre war gut, allerdings fehlte noch etwas, um eine Stimmung wie bei den großen Dart-Turnieren zu erreichen: Hier warfen die Spieler, da waren die normalen Besucher, jubelndes Publikum gab es nicht. Was vielleicht auch daran lag, dass man nur von wenigen Stellen im Pub aus überhaupt die Scheibe sehen konnte, wenn die Spieler davor standen.

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