"Speed4"-Wettbewerb: Im Affenzahn durch den Slalom

"Speed4"-Wettbewerb : Im Affenzahn durch den Slalom

Beim Regionalfinale im "Speed4"-Wettbewerb traten gestern mehr als 200 Kinder an

Robin Weick hat eine gebückte Haltung eingenommen. Der Achtjährige tippelt mit dem rechten Fuß auf den Boden, erwartet jeden Moment das Startsignal. Dann springt die Ampel auf grün. Nach 0,77 Sekunden erreicht er die erste Lichtschranke, die nächste bei 1,42 Sekunden. Er dreht an der letzten Pylone um und ist wiederum nach 1,55 Sekunden am Messpunkt. In der letzten Etappe braucht er beim Slalomlauf 1,73 Sekunden. "Das sind sehr gute Zeiten in dieser Altersklasse", attestiert ihm Jessy Circu, die den sogenannten "Speed4"-Parcours gestern in der Basketshalle betreute.

Mehr als 200 Kinder aus Bonn, dem Rhein-Sieg- und dem Oberbergischen Kreis traten gestern in acht Altersklassen beim Regionalfinale an. "Ziel ist es, die Kleinen zu mehr Bewegung zu animieren", sagte Circu. Die Kinder, die dort waren, hatten sich schon bei verschiedenen Stadtmeisterschaften qualifiziert. Nächste Station wird das Landesfinale in Düsseldorf sein. "Da möchte ich aber nicht unbedingt hin, das Laufen macht mir am meisten Spaß", sagte Robin Weick aus Bonn. Er rannte gestern sieben Mal, obwohl er nur dreimal musste. Denn für jeden Antritt bekam er einen Coupon mit seinen Zeiten ausgehändigt, den er gegen Spielzeug eintauschen konnte. Einmal hatte er sogar eine identische Zeit, die beiden mussten dann ins Stechen.

Katrin Theus, die mit ihrem Sohn Fabio aus dem 60 Kilometer entfernten Waldbröl in den Telekom-Dome gekommen war, feuerte die Kinder mit lautem Klopfen auf die Bande an. "Der Wettbewerb ist eine gute Sache, weil jeder eine Urkunde und eine Medaille als Anerkennung bekommt", sagte sie. In den Pausen tanzten die Kinder mit dem Maus-Maskottchen "Speedy" und konnten sich frisches Obst und Gemüse abholen. Das hatte der Edeka-Markt Vogel spendiert.

"Ohne solche Partner würde Speed4 nicht funktionieren", sagte Circu. Ursprünglich war der Lauf durch fünf Pylonen als Training für Fußballer und Tennisspieler gedacht, erst später entwickelte Wolfgang Alexander Paes daraus einen Kinderwettbewerb. Die "Speed4"-Trainer gehen in Schulen in ganz Deutschland und üben dort den Hindernislauf. 2013 nahmen insgesamt 500.000 Kinder aus 3000 Schulen in 340 Städten an den Veranstaltungen teil.

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