Stipendium für Beueler Gesamtschülerin: Ihr Globus bringt Mia nach Amerika

Stipendium für Beueler Gesamtschülerin : Ihr Globus bringt Mia nach Amerika

Die 15-jährige Schülerin der Gesamtschule Beuel gewinnt mit ihrer Arbeit ein Stipendium des Reiseanbieters Stepin. Sie darf für fünf Monate in die USA reisen.

Mehr als 7800 Kilometer und etwa zehn Stunden Flug trennen Deutschland von den USA – dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Hollywood-Stars und neun verschiedenen Zeitzonen. Wer möchte nicht einmal diesen Fleck der Erde erobern? Genau das kann jetzt die 15-jährige Mia Popp. Die Zehntklässlerin der Gesamtschule Beuel hat ein 9000 Euro teures Stipendium von der Bonner Stepin GmbH für einen fünfmonatigen Aufenthalt an einer Highschool in den USA gewonnen. In welcher Stadt es wann losgeht, und zu welcher Gastfamilie sie kommt, steht noch nicht fest.

„Besonders gut an diesem Stipendium hat mir gefallen, dass es nicht alleine auf den Notendurchschnitt, sondern auf die Kreativität ankommt.“ Und für ihren Wettbewerbsbeitrag hat sich Mia etwas Originelles einfallen lassen: eine Weltkugel aus Zeitungspapier und Pappmaché samt integrierter Flaschenpost. „Das Motto von Stepin lautet Welt-Neugierde, diese wollte ich mit meinem Projekt verbildlichen“, sagt Mia. Sie nahm einen Luftballon, verklebte ihn und gestaltete aus Zeitungsausschnitten alle Länder der Erde.

Geholfen hat ihr die sechsjährige Schwester Karla. „Ich habe für jedes Land ein typisches Bild ausgesucht, für Kanada zum Beispiel ein Ahornblatt oder für China einen Drachen.“ Zur Bewerbung gehörte neben einem Fragebogen auch ein Motivationsschreiben, und auch das war auf der Weltkugel zu finden. Als Hinweis gab es eine Karte für die Jury. Die Top drei kamen anschließend zusammen und mussten zum Beispiel ein Plakat basteln, das die Motivation für das Stipendium zum Ausdruck bringt, und auf Englisch präsentieren.

Unbedingt mit auf die große Reise geht ein Buch. Denn die 15-Jährige ist ein Bücherwurm. „Ich habe drei Regale voll. Vor allem anspruchsvollere Bücher wie 'Der Pate' oder 'Der Graf von Monte Christo' gefallen mir sehr.“ Zum Ausgleich macht Mia viel Sport, unter anderem den Selbstverteidigungssport Wing Tsun und Ballett. „Zwei Mal die Woche übe ich, damit muss ich aber dann bald aufhören. Ich glaube, nach meinem Aufenthalt in den USA möchte ich auch etwas Neues ausprobieren. Vielleicht Basketball und Baseball.“

Das Stipendium richtet sich an Schüler von Familien, die auf diese finanzielle Unterstützung angewiesen sind und sich einen so langen Aufenthalt nicht leisten können. Wichtig sei vor allem die Persönlichkeit, aber auch das soziale Engagement. „Ich bin an meiner Schule als Streitschlichterin und Sanitäterin tätig. Außerdem bin ich Patin einer sechsten Klasse und verkaufe Schulartikel im Laden der Schülervertretung.“

In der achten Klasse hat Mia einen Frankreich-Austausch mitgemacht. Um noch mehr von der Welt zu sehen, hat die Schülerin gezielt nach Stipendien recherchiert. „Ich habe mich vorab noch für andere Stipendien interessiert, mich aber dann für Stepin entschieden. Ich finde es gut, dass dort nicht explizit nur nach Schulnoten und sozialem Engagement ausgewählt wird, sondern nach Kreativbeiträgen.“ Fernweh statt Heimweh: das ist Mias Motto. „Ich verreise unglaublich gerne. Meine Familie wird mir fehlen, aber es gibt genug Kommunikationsmittel, um sich auszutauschen.“ Doch ständig am Smartphone hängen, möchte sie nicht. „Ich versuche, mich ein bisschen von der Heimat zu distanzieren. Schließlich möchte ich neue Leute kennenlernen und etwas erleben.“