Verhältnis von Politik und Wirtschaft: IHK Bonn/Rhein-Sieg sieht sich zu oft außen vor

Verhältnis von Politik und Wirtschaft : IHK Bonn/Rhein-Sieg sieht sich zu oft außen vor

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg startet ihre Initiative für mehr Mitsprache bei politischen Themen mit Workshops. Dabei soll es um die wichtigsten Probleme der Stadt gehen: Entwicklung von Gewerbeflächen, des Wohnungsmarktes sowie Verkehr und Mobilität.

Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK) fühlt sich bei vielen Themen von der Politik noch nicht ausreichend wahrgenommen. Als wichtiges Beispiel nennt IHK-Sprecher Michael Pieck das Thema Bonn-Berlin, bei dem die IHK weitestgehend außen vor sei. Und das, obwohl sich Veränderungen entscheidend auf die Wirtschaft in Bonn und der Region auswirken könnten. Das betreffe unter anderem das Thema Planungssicherheit für die Unternehmen in der Region.

Es gebe viele Unternehmen, die sich aufgrund politischer Kompetenz in Bonn angesiedelt hätten. Pieck nennt dazu die Stichwörter Nachhaltigkeit und NGOs (Nichtregierungsorganisationen). An Ministerien hingen außerdem immer viele Dienstleistungsunternehmen, die abziehen könnten, wenn die Behörden immer weiter abwandern. „Letztendlich geht es natürlich auch einfach nur um Kaufkraft, die nach und nach abwandert“, sagt Pieck. Aus diesen Gründen hält die IHK es für entscheidend, in Veränderungsprozesse einbezogen zu werden.

Auftaktveranstaltung am 22. Januar

Um die Kooperation zwischen Politik und Wirtschaft künftig zu verbessern, startet die IHK am Dienstag, 22. Januar, mit der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis eine gemeinsame Offensive. „Es gibt zwar bereits einen Austausch zwischen Wirtschaft und Politik, aber der findet bisher häufig nur punktuell statt“, erklärt Pieck. IHK-Mitglieder seien immer wieder bei einigen Ausschusssitzungen dabei, aber das reiche nicht aus.

Bei der Auftaktveranstaltung der Initiative geht es um die Herausforderungen in den kommenden Jahren und die Frage wie Wirtschaft, Politik und Verwaltung künftig stärker zusammenarbeiten können. Dazu werden am 22. Januar ab 15 Uhr in der Godesberger Stadthalle unterschiedliche Workshops zu den wichtigsten Problemen der Stadt angeboten: Knappheit der Gewerbeflächen, Entwicklung des Wohnungsmarktes sowie Verkehr und Mobilität.

Die Referenten kommen nicht alle aus der Region – unter anderem von der Uni Kassel und der Uni Dortmund, um bewusst den Blick von außen zu haben, heißt es. Diese sollen in den Workshops Handlungsempfehlungen erarbeiten, die auch kurzfristig umsetzbar sind. Die Workshops richten sich an Unternehmer, Mitglieder der Verwaltung und Politik. Bisher haben sich 140 Teilnehmer angemeldet.

Infos und Anmeldungen unter 0228/2284140 oder per E-Mail an schmaus@bonn.ihk.de.

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