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Hupen ist während der Bonner Autokonzerte verboten.

Konzerte in Bonn : Hupverbot soll Nachbarn von Autokonzerten schützen

Besuchern ist das Öffnen der Wagenfenster während der Autokonzerte erlaubt, weil das Infektionsrisiko gering ist. Das Betätigen der Lichthupe ist zum Schutz der Nachbarn jedoch verboten. Das Ordnungsamt wird die Veranstaltungen kontrollieren, kündigt die Stadt an.

Wenn die Corona-Krise eine gute Seite hat, dann die, dass sich die Bonnerinnen und Bonner immer wieder Neues einfallen lassen, um sich gegenseitig zu unterstützen oder um ein wenig Normalität in den Alltag zurückzubekommen. Dazu gehört auch das Vorhaben der beiden Bonner Eventagenturen RheinEvents (Panama-Open-Air Festival) und fünfdrei Eventagentur (Green Juice Festival), die ab diesem Freitag auf einer Freifläche zwischen dem alten Schlachthof und den Gleisanlagen der Deutschen Bahn Autokonzerte mit namhaften Stars durchführen werden.

Die Freude beim Bonner Publikum ist groß, vergangene Woche startete der Vorverkauf – nach 53 Sekunden waren die ersten Konzerte nach Auskunft der Veranstalter ausverkauft. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es Zusatzshows – auch werden regelmäßig neue Künstler verkündet. Allerdings konnten einige Besucher im Vorfeld die strikten Regeln nicht nachvollziehen, die seitens der Stadtverwaltung den Veranstaltern und den Besuchern auferlegt worden sind.

 Einige GA-Leser konnten vor allem nicht nachvollziehen, warum die Besucher die Hupen und Lichthupen ihrer Autos nicht als Applaus-Ersatz nutzen können. „Keine Lichthupen als Applaus-Ersatz? Wie spießig ist das denn? Bei Peter-Brings-Auto-Konzerten war das kein Problem“, schrieb eine Leserin auf der GA-Facebook-Seite. „Machen die etwa Lärm? Also irgendwie müssen die Künstler doch auch Reaktionen bekommen können“, so eine andere Leserin. Andere GA-Leser bezeichnen die Verbote als „typisch Bonn“.

 Die Stadtverwaltung hat für ihre Vorgaben allerdings Gründe, wie sie auf Nachfrage mitteilt. „Die Betätigung der Hupe verursacht Geräuschimmissionen, durch die, im Gegensatz zum Kölner Autokino im Gewerbegebiet, die Anwohner in ihrer häuslichen Ruhe gestört werden können“, sagte Stadtsprecherin Monika Hörig dem GA. Daher sei die Ausrichtung der Bühne extra so gewählt worden, dass die angrenzende Wohnbebauung nicht von der Bühnenbeleuchtung gestört werden kann, so die Sprecherin weiter.

Durch diese Maßnahme erklärt sich auch, warum das Verwenden der Lichthupe während der Konzerte untersagt ist. „Da die Fahrzeuge der Konzertgäste mit der Front in Richtung Bühne positioniert sind, würde die Betätigung der Lichtanlage der Fahrzeuge nach jedem Lied genau in Richtung der angrenzenden Wohnbebauung scheinen und so zu störenden Lichtimmissionen führen“, erklärte Hörig.

Stadt kündigt Kontrollen durch Ordnungsamt an

 Das Öffnen der Autofenster sei während der Veranstaltungen auch nicht „grundsätzlich verboten“. Dadurch, dass sich die Besucherinnen und Besucher in ihren Fahrzeugen aufhalten müssen, sei sichergestellt, dass „im Fall der Fälle eine abgesicherte Infektionssituation“ vorliege. „Wenn der Betrieb läuft, ist zu prüfen, ob geöffnete Autofenster die Schallimmissionen der Autoradios, über die die Musik in die Fahrzeuge übertragen wird, zu Lärmimmissionen für die Anwohner führen kann“, so Hörig.

Die Stadtsprecherin kündigte darüber hinaus Kontrollen durch das Ordnungsamt vor Ort an. „Vorgesehen sind insbesondere zu Beginn des Spielbetriebes Kontrollen durch den Stadtordnungsdienst im Rahmen seiner Aufgabenerledigung. Beschwerden aus der umgebenden Wohnbebauung werden vor Ort überprüft“, sagte Hörig.

Wer letztendlich für einen Verstoß belangt wird, das kommt auf die Verantwortlichkeit der Betreiber und oder der Besucher an. „Über die Ahndung und Bußgeldhöhe kann dann nur im Einzelfall entschieden werden. Deshalb ist auch keine Aussage zu deren Höhe möglich“, sagte die Stadtsprecherin.