Gebühren in Bonn: Hohe Aufschläge bei der Straßenreinigung

Gebühren in Bonn : Hohe Aufschläge bei der Straßenreinigung

Die Stadt Bonn will Häuser in den Fußgängerzonen der Stadtbezirke hochstufen. Dann wären Anstiege der Reinigungsgebühren von 60 auf 546 Euro möglich.

Die Sauberkeit in Bonn ist ein hohes Gut, das immer wieder von Bürgern eingefordert wird. Nach Darstellung von Bonnorange sind die Beschwerden über Dreck zurückgegangen, aber vielfach nur deshalb, weil die Saubermänner mehr und häufiger reinigten, als dies eigentlich vorgesehen sei.

Das gilt besonders für die Fußgängerzonen in den Stadtbezirken, die heute vielfach noch in (preiswerte) Reinigungsklassen einsortiert sind, aber nach Überzeugung der Stadt eigentlich in die (teure) „S-Klasse“ gehören würden (siehe Artikel rechts). Jetzt will die Stadt die Hausbesitzer entsprechend „hochstufen“, was für diese zum Teil mit erheblichen Mehrkosten verbunden wäre.

Einige Beispiele: Die Rochusstraße und der Schickshof in Duisdorf werden bisher mit 7,50 Euro pro Meter Hausfront abgerechnet (Klasse 3), künftig sollen es 68,25 Euro sein (S-Klasse). Bei einer Hausbreite von acht Metern bedeutete dies eine Steigerung von 60 auf 546 Euro im Jahr. In Beuel dasselbe Bild, zum Beispiel in der Friedrich-Breuer-Straße (zwischen Hermannstraße und Adenauer-Platz): Auch hier soll der Preis von 7,50 auf 68,25 Euro klettern.

Kostensteigerung um mehr als das Doppelte möglich

In Bad Godesberg ist die Koblenzer Straße betroffen, zwischen Aennchenplatz und Bürgerstraße sollen statt 15,78 Euro (Klasse I mit überörtlichem Verkehr) künftig 47,84 Euro bezahlt werden (S-Klasse mit überörtlichem Verkehr). Bei besagtem Haus mit acht Metern Breite bedeutet das einen Kostenanstieg von derzeit 126 auf immerhin 382 Euro.

Dass die Politiker vor Ort das nicht mitmachen wollen, zeigte sich am Dienstag im Stadtbezirk Hardtberg. „Die S-Reinigung finde ich überzogen, eine Säuberung einmal pro Tag reicht völlig aus“, sagte Gisbert Weber (SPD). „Wir reden hier über eine fast 1000-prozentige Erhöhung.“ Wolfgang Esser (CDU) blies ins selbe Horn: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verschmutzungsgrad so ansteigt wie die Kosten für die Anlieger.“

Ergebnis: Im Hardtberger Bezirksparlament wird sich wohl keine Mehrheit für den Plan der Stadt finden, abgestimmt wurde aber noch nicht. Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hatte das Thema am Mittwochabend auf der Tagesordnung, in Beuel wird es erst am 26. Oktober behandelt. Das letzte Wort hat der Stadtrat am 27. Oktober.

Für Duisdorf rechtfertigte Bonnorange-Geschäftsbereichsleiter Arno Vomberg die Pläne: „Wenn wir zweimal pro Woche kommen, müssten wir die Gehwege in der Rochusstraße eigentlich nicht reinigen, tun es aber trotzdem.“ Dies passiere im Prinzip auf Kosten anderer Gebührenzahler.

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