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Vergleichsübung der Bundesbereitschaftspolizei: Hindernislauf durch die Rheinaue

Vergleichsübung der Bundesbereitschaftspolizei : Hindernislauf durch die Rheinaue

Einsätze gegen gewalttätige Personen oder Durchsuchungen von Gebäuden: Das und noch mehr üben Einheiten der Bundesbereitschaftspolizei und ausländische Einheiten in der Rheinaue.

Alle Augen sind gen Himmel gerichtet: Über dem Freilichttheater in der Rheinaue schwebt Friedrich Eichele mit seinem Fallschirm zielsicher zum Landepunkt. Dort wird der Präsident der Direktion der Bundesbereitschaftspolizei bereits von einigen Hundert Polizisten aus Deutschland, Österreich, Frankreich und den Niederlanden erwartet.

Eichele war der erste von acht Fallschirmspringern, die mit ihrem Sprung am Dienstag die bundesweite Vergleichsübung der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten der Bereitschaftspolizeien des Bundes und der Länder einleiteten. Gleich nach seiner Landung begab sich der ehemalige Chef der Sondereinheit GSG 9 zu seinem Rednerpult und eröffnete den Wettbewerb.

Alle zwei Jahre finden die Vergleichsübungen statt: Die letzte Veranstaltung in Bayreuth konnten die Beamten der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft aus Sankt Augustin für sich entscheiden.

Die Siegermannschaft richtet jeweils die nächste Übung aus. An der diesjährigen Veranstaltung nehmen 20 Mannschaften teil - neben den 17 deutschen Einheiten ist auch je ein Team aus Österreich, Frankreich und den Niederlanden vertreten.

Die Teilnehmer der zweitägigen Übung müssen an insgesamt zehn Stationen polizeiliche Aufgaben wie Einsätze gegen gewalttätige Personen oder Durchsuchungen von Gebäuden bewältigen. Direkt nach der kurzen Ansprache begann der Wettbewerb mit der großen Startübung durch die Rheinauen.

Nach dem Startschuss durchliefen die Teilnehmer einen fünf Kilometer langen Parcours: Vom japanischen Garten ging's direkt zur Baustelle des WCCB. In dem zukünftigen Hotelbau galt es Personen aus Brandgefahr zu retten.

Nebelmaschinen in den Treppenhäusern schufen authentische Sichtverhältnisse. Die Mannschaften mussten eine 50 Kilo schwere Puppe bergen und zum Sammelplatz am Bismarckturm transportieren.

Der Clou: Nicht nur die körperliche Belastbarkeit ist entscheidend, um den Wettbewerb zu gewinnen, sondern auch Konzentration und Merkfähigkeit. Um die jeweils nächste Aufgabe angehen zu können, musste eine Kiste mit einem Zahlenschloss geöffnet werden, dessen Kombination sich aus der Lösung verschiedener Denksportaufgaben ergab.

Leichter Nieselregen setzte ein, als die ersten Ankömmlinge Richtung Schiffchensee rannten und die bereitstehenden Schlauchboote enterten. Die Teams ruderten zum Ufer des Rheinauensees, wo weitere Hindernisse auf sie warteten.

Vom Hindernislauf über "Hamburger Gitter" und einem Tarnnetz bis zu einer zu erklimmenden Halfpipe und einem riesigen LKW-Reifen, den es eine ganze Strecke zu ziehen galt, reichte die Bandbreite der Prüfungen. Und wer unterwegs Fehler machte, wurde kurz vor dem Ziel noch einmal mit Strafrunden belegt.

Das beste Team kam nach knapp eineinviertel Stunden ins Ziel; ausgedacht hatte sich den Parcours übrigens ein ehemaliger Olympionike: Polizeihauptmeister Franz Sagmeister nahm im Jahr 2002 für Deutschland im Zweierbob an den Spielen in Salt Lake City teil.