Wertvolle Rohstoffe: Hilfswerk Missio startet in Bonn Recyclingaktion von Handys

Wertvolle Rohstoffe : Hilfswerk Missio startet in Bonn Recyclingaktion von Handys

Das katholische Hilfswerk Missio startet eine bundesweite Aktion zum Recyceln von Handys: Wer sich von seinem ungenutzten Gerät trennt, kann Gutes tun. Sammelboxen gibt es an mehreren Stellen im Bonner Zentrum.

Brauche ich mein altes, ungenutztes Handy noch? Wer diese Frage mit „Nein“ beantwortet, hat jetzt die Gelegenheit, sich von seinem alten Gerät zu verabschieden und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Das internationale katholische Hilfswerk Missio hat eine bundesweite Aktion gestartet, mit der es zum Handy-Recyceln aufruft. Zum Beginn der bundesweiten Mitmachaktion kamen am Freitag Vertreter verschiedener katholischer Einrichtungen vor der Münster-Information zusammen, um ihre eigenen, nicht mehr benötigten Geräte in eine Sammelbox zu werfen und somit einen Startschuss zu geben.

In den kommenden Wochen soll sich die Sammelbox füllen: Mehr als 100 Millionen ausgediente Handys befinden sich nach Schätzungen von Experten in deutschen Haushalten. Ihre Besitzer wissen oftmals nicht, wie viel die Geräte wert sind. Denn Handys sind nicht bloß Elektroschrott, sondern bestehen aus einer großen Menge ungenutzter Rohstoffe, die Gold wert sind: 41 Handys enthalten so viel Edelmetall wie eine ganze Tonne Golderz. „Wir wollen eine nachhaltige Lebensweise ins Bewusstsein bringen, dass Rohstoffe nur gering vorhanden sind“, sagt Brigitte Schmidt vom Katholischen Stadtdekanat Bonn.

1 € pro Handy

Alle gesammelten Handys und Smartphones werden dem Wiederverwertungsbetrieb Mobile-Box überreicht. Dieser recycelt die in den Handys enthaltenen Rohstoffe, darunter Gold und Coltan, und bereitet jene Geräte auf, die noch nutzbar sind. „Ich bin mir sicher, dass die Handys in gute Hände kommen und gut genutzt werden“, sagt Eva-Maria Hertkens von Missio Aachen.

Pro abgegebenem Handy bekommt Missio von Mobile-Box einen Euro. Mit dem Erlös fördert Missio den Aufbau von Traumazentren für Überlebende des Bürgerkriegs im Kongo. Die Förderung dieses Projekts ist kein Zufall: Die Aktion soll auch bewusst machen, dass die wertvollen Rohstoffe in den Handys Ursache des blutigen Konflikts im Kongo sind, denn mit dem Verkauf wertvoller in Handys enthaltener Mineralien finanzieren Rebellen den Bürgerkrieg.

Bundesweit kann man an insgesamt 500 Standorten seine Mobiltelefone abgeben. In Bonn machen insgesamt 80 Prozent aller katholischen Einrichtungen mit und stellen Sammelboxen auf, darunter mehr als ein Dutzend Kindergärten.

„Wir freuen uns, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Es ist uns wichtig, Impulse zu geben für eine nachhaltige Lebensweise“, sagt Schmidt. Die Standorte aller Sammelboxen können unter www.missio-hilft.de/goldhandys eingesehen werden. Die Sammelbox in der Münster-Information (Gangolfstraße 14, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr) steht dort bis 30. September.