Neues Hauptquartier: Hilfsorganisation Care bekennt sich zu Bonn

Neues Hauptquartier : Hilfsorganisation Care bekennt sich zu Bonn

Die Hilfsorganisation Care zieht mit ihrem Hauptquartier an die Siemensstraße - ein klares Bekenntnis zu Bonn. Es gibt einige Standortvorteile, die die ehemalige Bundeshauptstadt noch immer attraktiv machen.

Lebensmittel, Kleidung, Medikamente, Saatgut, Werkzeug und Schulmaterial: Rund 100 Millionen Pakete verteilte die Hilfsorganisation Care nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Etwa zehn Millionen davon erreichten Deutschland.

„Das Care-Paket gibt es immer noch. Heute wird es allerdings ganz anders geschnürt“, erklärte Karl-Otto Zentel, Generalsekretär der Hilfsorganisation, am Donnerstag bei der Einweihung des neue Hauptquartiers an der Siemensstraße.

Während nach 1945 vor allem Lebensmittel benötigt wurden, ist Care heute breiter aufgestellt. „Wir sind in mehr als 90 Ländern aktiv. Sowohl in Kriegsregionen als auch nach Naturkatastrophen“, sagte Winfried Polte, Präsident von Care Deutschland.

Zwar würden immer noch Hilfsgüter verteilt, um die größte Not der Bevölkerung zu lindern. Doch seit einiger Zeit habe man es sich zudem zur Aufgabe gemacht, zusätzlich nachhaltige Bildungsprojekte anzustoßen.

Nähe zur UN und zu Brüssel punktet

Dazu gehört, dass sich Care besonders dafür einsetzt, dass Frauen und Mädchen Schulen besuchen und ausgebildet werden. „Wir wollen ihnen gleiche Chancen ermöglichen, denn ihre Potenziale sind der Schlüssel zu Entwicklung und Gerechtigkeit“, ist Polte überzeugt.

Vom neuen Quartier aus steuern rund 80 Mitarbeiter die Einsätze und Projekte. In Berlin unterhält die Hilfsorganisation ebenfalls ein – allerdings wesentlich kleineres – Büro, aber: „Es gibt für uns keine Notwendigkeit, aus Bonn wegzugehen“, stellte Zentel klar.

Im Gegenteil. Die Nähe zur UN und dem Klimasekretariat sowie die gute Anbindung nach Brüssel würden eindeutig für den Standort am Rhein sprechen. „Natürlich müssen wir auch in Berlin präsent sein. Aber Bonn hat für uns wichtige Standortvorteile.“

Derzeit fördert Care mehr als 100 Projekte. Aktuell konzentriert sich die Hilfe auf Mosambik, wo die Menschen nach dem Zyklon besonders leiden. Vor Ort koordiniert dort eine Mitarbeiterin die Verteilung von Hilfsgütern. Diese werden heute – im Gegensatz zur Nachkriegszeit – in den betroffenen Regionen zusammengestellt, um so die Wirtschaft des jeweiligen Landes zu unterstützen.

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