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Drei Bonner Autobahnen unter den Top 15: Hier steht man in NRW am häufigsten im Stau

Drei Bonner Autobahnen unter den Top 15 : Hier steht man in NRW am häufigsten im Stau

Der Staurekord ist geknackt. Niemals zuvor stand man in Deutschland so häufig und so lange an wie im Jahr 2016. Drei Bonner Autobahnen gehören zu den Top 15 der staureichsten Schnellstraßen in NRW.

Nordrhein-Westfalen steht im deutschlandweiten Vergleich wieder einmal ganz vorne. Nach Angaben des ADAC gab es im vergangenen Jahr auf mehr als 2200 Autobahnkilometern des Landes rund 218.000 Staumeldungen, 2015 waren es noch 182.000. Fast 124.000 Stunden büßten die Autofahrer in NRW ein (2015: 105.000 Stunden). Alle nordrhein-westfälischen Staus zusammen ergaben eine Länge von rund 388.000 Kilometern (2015: 323.000). Damit liegt NRW auch aufgrund seiner Ballungsräume und seines dichten Autobahnnetzes noch weit vor Bayern (über 126.000) und Baden-Württemberg (gut 75.000). Im Vergleich zu 2015 legte die Anzahl der Staus in NRW um rund 20 Prozent zu - ein neuer Rekord.

Unter den 15 betroffensten Autobahnabschnitten in Nordrhein-Westfalen sind auch drei Bonner Schnellstraßen zu finden: die A59 von Bonn nach Köln (Platz 11), die A565 von Meckenheim nach Bonn (Platz 12) und die A555 von Bonn nach Köln (Platz 15). Auf diesen drei Abschnitten wurden im vergangenen Jahr etwa 14.500 Staumeldungen gezählt (A59: 6.038, A565: 5.119, A555: 3.374). Das entspricht fast 8.500 Stunden Wartezeit (A59: 3.050, A565: 3.003, A555: 2.375) und Stauschlangen von etwa 22.000 Kilometern Länge (A59: 9.522, A565: 6.546, A555: 6.546).

Der Tag mit den meisten Staus in NRW war im vergangenen Jahr der 2. November. An dem Mittwoch nach Allerheiligen gab es 1.768 Staus, die sich auf 3.500 Kilometer Länge und auf eine Dauer von 945 Stunden summierten.

Ein Grund für den Anstieg liegt laut ADAC in der verbesserten Messtechnik. Über Meldesysteme in den Fahrzeugen könnten Staus immer genauer erfasst werden, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Es werde aber auch mehr gefahren. „Es ist tatsächlich mehr Verkehr auf unseren Straßen als in früheren Jahren. Das gilt für den Güterverkehr ebenso wie für den Personenverkehr“, so Hölzel. Er verweist auf Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen, die für 2016 bei der Kfz-Fahrleistung - der Summe aller gefahrenen Kilometer - von einem Plus von 2,5 Prozent ausgeht.

Doch auch die Freizeitgestaltung der Deutschen spielt eine bedeutende Rolle: „Die Leute machen wieder mehr hierzulande Urlaub“, so Hölzel. Das Auto werde öfter als Verkehrsmittel für Urlaubsfahrten eingesetzt. Diese Nutzung habe um sechs Prozent zugenommen. Mit den Autourlauben hänge vermutlich auch die Verschiebung der schlimmsten Stauzeiten zusammen: Die meisten Staus zählte der ADAC im September, gefolgt von Juli und August. Früher war meist der Oktober der staureichste Monat.

Mehr als im Jahr davor blockierten zudem Baustellen den Verkehr. Diese hätten um 15 Prozent zugenommen. „Vom Bundesverkehrsministerium gibt es mehr Geld für Ausbau und Sanierung. Das ist an sich eine gute Sache. Aber es macht sich einfach bemerkbar“, sagt Hölzel.

Um Staus einzudämmen, empfiehlt der ADAC, bei Baustellen möglichst die Zahl der Fahrstreifen zu erhalten. Die Bauzeiten könnten durch mehr Tätigkeit in der Nacht verkürzt werden. Angesichts zahlreicher Engpässe im Autobahnnetz, des großen Nachholbedarfs bei Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen sowie aufgrund der prognostizierten weiteren Steigerung des Verkehrsaufkommens rechnet der ADAC auch für 2017 mit mehr Behinderungen.