Psychologische Beratung des Studierendenwerks: Hier finden Studenten Wege aus der Krise

Psychologische Beratung des Studierendenwerks : Hier finden Studenten Wege aus der Krise

Das Bonner Studierendenwerk bietet psychologische Beratung an. Etwa 120 Studenten aus allen Semestern nutzen diese im Jahr.

Eine neue Lebensphase ist meist mit tiefgreifenden Einschnitten verbunden. Doch Veränderungen können jemanden mitunter aus der Bahn werfen. „Manchmal muss man sich Hilfe suchen, um Krisen zu bewältigen“, erklärt Dagmar Görtz von der Psychologischen Beratungsstelle des Studierendenwerks. Während Erstsemester nicht selten unter Heimweh litten, klagten viele Studenten in Prüfungsphasen über Ängste, Lern- sowie Schreibblockaden.

Um ihnen zu helfen, gibt es seit 50 Jahren die „Psychologische Beratungsstelle“ des Studierendenwerks. Heute hilft Diplompsychologin Görtz gemeinsam mit ihrer Kollegin Isa Matthes etwa 120 Studenten im Jahr dabei, ihre Lebenskrisen zu bewältigen. „Wir bieten ein niederschwelliges Angebot bei sozialen und seelischen Belastungen“, so Görtz.

Die meisten Ratsuchenden wenden sich bei studienbezogenen Problemen an die Expertinnen. „Dabei geht es häufig um Arbeitsvolumen, Prüfungen oder Work-Life-Balance“, so Görtz. „Viele Studenten wissen gar nicht, dass Pausen wichtig sind, um das Lernpensum zu schaffen.“ Jeder habe die Verantwortung für seine innere Balance und es liege an jedem Einzelnen, leistungsfähig zu bleiben, so die Psychologin. „Man kann zwar kurzfristig über die eigenen Grenzen hinausgehen, auf Dauer kommt man so allerdings nicht ans Ziel. Wir helfen neue Blickwinkel zu finden.“

In der Regel reichen zwei bis maximal fünf Beratungsgespräche, um den Studenten Wege aus der Krise aufzuzeigen. Das Angebot richtet sich an Studenten der Uni Bonn, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie der Alanus Hochschule. Meist kommen junge Erwachsene im Alter zwischen 21 und 30 Jahren mitten im Studium. „Es gibt aber auch immer wieder diejenigen, die mit Beginn des ersten Semesters Hilfe brauchen“, weiß Matthes aus Erfahrung. In der Regel werden Einzelgespräch durchgeführt, auf Wunsch können aber auch Angehörige oder wichtige Bezugspersonen einbezogen werden.

Angesprochen werden neben Problemen, die durch das Studium oder einer Umbruchphase entstehen, auch soziale Aspekte. „Konflikte, Einsamkeit, Verluste und Heimweh machen vielen zu schaffen“, weiß Matthes. Darüber hinaus gibt es jedoch auch ernsthafte Erkrankungen, die dringend behandelt werden müssen. Sollten nach einem ersten Gespräch feststehen, dass gravierende Störungen vorliegen, dann raten die Psychologinnen zu weiterführenden Therapien. Dazu gehören Depressionen oder psychosomatische Störungen. „Wir helfen diesen Studierenden dann die ersten Schritte in Richtung einer weitergehenden Behandlung zu gehen“, erklärt das Team der Beratungsstelle.

„Wenn man merkt, dass es einem Kommilitonen nicht gut geht, dann sollte man sich nicht scheuen Hilfe zu suchen. Wir sind ein Team von Psychologinnen mit umfangreichen Erfahrungen in Beratung, in klinischer Psychologie und mit psychotherapeutischem Hintergrund. Unsere Fachgebiete sind Tiefenpsychologie, Psychoanalyse, Systemische Therapie und Traumatherapie“, stellen Görtz und Matthes das Angebot der Beratungsstelle vor.

Termine für ein erstes Gespräch können sowohl telefonisch als auch per Mail ausgemacht werden. Informationen gibt es unter www.studierendenwerk-bonn.de.

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