Hussein M.: Hassprediger darf kein Deutscher sein

Hussein M. : Hassprediger darf kein Deutscher sein

Es war vor einigen Jahren in der Al-Muhajirin-Moschee, damals noch in der Theaterstraße: Hussein M., den die männlichen Zuhörer Sheikh Hussein nennen, predigt in den späten Abendstunden vom Dschihad.

Der Somalier, Jahrgang 1971, wirbt für den Heiligen Krieg, bestärkt seine Landsleute in ihrem Entschluss, als Mudschaheddin, als Gotteskrieger, ans Horn von Afrika zu reisen, um sich dort der radikal-islamistischen Miliz al-Shabaab anzuschließen. So belegt es ein interner Bericht des Landeskriminalamtes von 2010, der dem GA vorliegt.

Jetzt ist jener Hassprediger, der nach GA-Informationen seinerzeit auch in der Beueler Moschee am Schwarzen Weg gegen die Demokratie und für den islamischen Gottesstaat predigte, bei seinem Versuch gescheitert, deutscher Staatsbürger zu werden. Nachdem die Ausländerbehörde der Stadt Bonn dem Mann die Einbürgerung verweigert hatte, zog Hussein M. vors Verwaltungsgericht Köln.

Dort gab man der Bonner Ausländerbehörde am Mittwoch recht. Eine Sprecherin sprach von Anhaltspunkten, "die die Annahme rechtfertigen, der Kläger habe die unter anderem für Attentate und Selbstmordanschläge im Ausland verantwortliche Terrororganisation al-Shabaab unterstützt".

Als Imam habe er engen, teilweise auch privaten Kontakt zu verschiedenen Personen gepflegt, die nach den Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden nach Somalia ausgereist seien und sich dort al-Shabaab angeschlossen hätten. Der Sheikh soll die jungen Männer nicht nur in ihren fanatischen Ansichten radikalisiert haben, er hat sie mutmaßlich auch dazu ermuntert, sich al-Shabaab anzuschließen.

Schon der "Sicherheitsgefährdungsverdacht" habe ausgereicht, dass die Ausländerbehörde die Einbürgerung abgelehnt habe, so die Gerichtssprecherin. Zudem gebe es einen weiteren Grund, der gegen eine Einbürgerung spreche: M. sei nicht in der Lage, den Lebensunterhalt seiner Familie ohne Sozialleistungen sicherzustellen. Auch habe er nicht ausreichend nachgewiesen, dass er sich um eine geregelte Arbeit bemüht habe.

Schon 2011 berichtete der GA über M. Von seinen Tiraden habe man nichts gewusst, so damals ein Sprecher der Al-Mujahirin-Moschee, die heute an der Brühler Straße sitzt. Aus Kreisen der Sicherheitsbehörden hieß es gestern, M. sei seit längerem in keiner Moschee mehr als Imam aufgetreten.

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