Jubiläums-Festakt: Haribo-Ansiedlung macht alle froh

Jubiläums-Festakt : Haribo-Ansiedlung macht alle froh

Sie war wirklich ansteckend, die gute Laune, die der Zirkus Charles Knie in seiner Gala verbreitet hatte. 200 strahlende Gesichter fanden sich am frühen Abend in der Ringener Turnhalle ein, um gemeinsam den offiziellen Teil, den Festakt zum 40-jährigen Bestehen der einzigen verbandsfreien Gemeinde im Kreis, gebührend zu feiern.

Und dass die Grafschafter "aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommen", daran hat die Haribo-Ansiedlung natürlich maßgeblichen Anteil. So war Bürgermeister Achim Juchem stolz, "als neues Gesicht in der Runde" den für das Bauvorhaben verantwortlichen Geschäftsführer Arndt Rüsges willkommen zu heißen.

Dass dem glücklichen Ende ein langer und steiniger Weg vorausging, das hob auch Landrat Jürgen Pföhler hervor. "Die Haribo-Ansiedlung hat eine historische Dimension, von der wir, aber auch unser Image als Standort, jahrzehntelang profitieren werden. Es war wie beim Fußball ein harter Wettbewerb, aus dem wir als Gewinner hervorgegangen sind.

Wir sind nicht überheblich, aber stolz." Diese Gemeinschaftsleistung habe man zwei Menschen besonders zu verdanken: Hubert Kolvenbach und Achim Juchem. Pföhler: "Der eine bereitete vor, der andere dribbelte, um dann ins Tor zu schießen. Als ich vor 14 Jahren Landrat wurde, faszinierte mich, dass Kolvenbach trotz des Bonn/Berlin-Beschlusses nur daran dachte, in die Zukunft, zum Beispiel in Bau- und Gewerbegebiete, zu investieren."

Juchem, der mit "seiner" Grafschaft gerne einen unkonventionellen Weg geht, wollte nie einen langweiligen, steifen, von nicht enden wollenden Grußworten bestimmten Festakt. Und so waren es mit den musikalischen Zwischentönen von "belCanto" lediglich drei Reden, bevor es zum gemütlichen Teil überging.

"Keine Sorge, die 40 Jahre lasse ich jetzt nicht Revue passieren. Sie alle sind Teil der Geschichte und zudem sind die Impressionen, die wir auf die Leinwand werfen und die Chronik auf Ihren Tischen deutlich unterhaltsamer." Ihm war wichtig, persönlich zu danken: seinem Vorgänger Kolvenbach, den Freunden aus der Partnergemeinde Fauville mit Bürgermeister Jean-Marc Vasse an der Spitze, der ebenfalls ein Grußwort sprach, dem Ehepaar Karola und Jürgen Hemmers, "das mit der verrückten Idee und dem Wahnsinnsengagement an Arbeit, Zeit und Geld eines der größten europäischen Zirkusunternehmen auf die Grafschaft geholt hat" und der Ringener Familie Glath, die für die Tombola, deren Erlös karitativen Zwecken zukommt, einen Opel "Adam" stiftete.

Er dankte den Politikern auf Landes- und Kreisebene, die trotz angespannter Kassenlagen stets geholfen hätten, dass die junge Kommune, deren Einwohnerzahl sich fast verdoppelt hat, ans Ziel komme. In den Dank bezog er die Bundeswehr in Gelsdorf ein, Feuerwehr und DRK, die kirchlichen Vertreter, die "Dauer"-Sponsoren der Kreditinstitute, den Gemeinderat und die Ortsvorsteher und "last but not least": Sascha Melnjak.

Der Zirkusdirektor und sein Team hätten für beste Unterhaltung und viele große Augen gesorgt und maßgeblich dazu beigetragen, dass bei rund 10.000 Besuchern das Grafschafter Jubiläum unvergessen bleibe. Minutenlanger Beifall der Ehrengäste zauberte dem sonst eher zurückhaltenden Stuttgarter auch ein Strahlen ins Gesicht.