Kommentar zum Chaos vor Schulen: Halteverbot ist sinnlos

Kommentar zum Chaos vor Schulen : Halteverbot ist sinnlos

Es gibt sicher gute Gründe, warum Eltern ihre Kinder mit dem Auto zu Schule oder zum Kindergarten fahren und wieder abholen. Dazu gehört wohl vor allem die Berufstätigkeit von Eltern, die in manchen Fällen halt keine andere Möglichkeit zulässt, als den Nachwuchs auf dem Weg ins Büro im Auto mitzunehmen, damit die Kinder die Kita oder Schule pünktlich erreichen.

Kein Grund entschuldigt allerdings, dass viele von ihnen ihre Sprösslinge am liebsten bis zur Klassentür chauffieren würden und damit oftmals andere Kinder gefährden. Abgesehen davon, dass ein laufender Motor während des Wartens unnötig ist und die Luft verpestet.

Gut, dass die SPD mit ihrem Antrag in den zuständigen Ausschüssen des Stadtrates eine Debatte über das Thema ausgelöst hat, das vielen Lehrern und Erziehern schon lange auf den Nägeln brennt. Dabei geht es den Pädagogen nicht allein um die Sicherheit der Schüler, sondern auch um ihre Beobachtung, dass zunehmend Eltern ihren Kindern – insbesondere Grundschülern – nicht zutrauen, den Schulweg allein und zu Fuß zurückzulegen. Stichwort Helikopter-Eltern. Im letzteren Fall wird indes kein Halteverbot, wie es die SPD vor Schulen fordert, diese Väter und Mütter davon abhalten, ihre Kinder weiterhin bis vor die Schule zu fahren.

Im Übrigen bleiben solche Verbote ohne entsprechende Kontrollen erfahrungsgemäß sowieso wirkungslos. Doch niemand wird ernsthaft wollen, dass künftig das Ordnungsamt vor Schulen und Kitas auf der Lauer liegt, um Eltern zu sanktionieren, die das Verbot missachten. Viel sinnvoller sind da sicherlich Projekte wie „Walking Bus“, bei dem Kinder gemeinsam den sicheren Fußweg zur Schule einüben.

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