Hochstadenring: Grundstein für Moschee gelegt

Hochstadenring : Grundstein für Moschee gelegt

Lange und sehnsüchtig hatte die Bonner DITIB-Gemeinde auf diesen Augenblick gewartet. Am Samstag war es soweit: Die bislang in Castell beheimatete türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion legte den Grundstein für die neue Moschee am Hochstadenring 43.

Zugleich, sagte der Bonner DITIB-Vorsitzende Mustafa Akgül, solle er auch Grundstein sein "für Brüderlichkeit, Liebe, Achtung für die anderen, Toleranz und Frieden". Das sei in diesen Tagen, in denen Schmähvideos und Mohammed-Karikaturen für Aufruhr in der Welt sorgten - und Pro NRW in Bad Godesberg auftrete - wichtiger als sonst. "Wir wollen ein Leben im harmonischen Miteinander."

Das neue Gebäude bekommt laut Akgül neben dem Gebetsraum auch Räume für Unterrichtsklassen, für Jugendliche und ein Mitglieder-Café sowie einen Veranstaltungsraum für die weiblichen Mitglieder, "denen wir sehr viel zu verdanken haben". Damit, sagte der Vorsitzende der DITIB-Zentrale in Köln, Ali Dere, sei der Neubau nicht nur ein Gebetshaus, sondern - der arabischen Übersetzung des Begriffs Moschee folgend - ein "Ort der Begegnung". An diesem Ort des gemeinsamen Handelns und des aufeinander Zugehens könne man Differenzen überwinden.

Finanziert werde der Neubau ausschließlich durch Spenden der Mitglieder, betonte Akgül. Eine Leistung, die den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Markus Wagemann von der benachbarten katholischen Sankt-Petrus-Gemeinde beeindruckte: Er sei nicht sicher, ob eine katholische Pfarrgemeinde das schaffen würde. Er und Pfarrer Michael Schäfer von der evangelischen Lukaskirchengemeinde freuten sich auf eine gute und enge Nachbarschaft und sagten Unterstützung zu. "Die DITIB-Gemeinde ist ein leuchtendes Beispiel für Dialog und Integration", sagte Wagemann. Schäfer betonte, man wolle Gastfreundschaft und gegenseitigen Respekt in den Vordergrund stellen.

Auch der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gratulierten der Gemeinde zur Grundsteinlegung, die mit einem kleinen Fest gefeiert wurde. Das Stadtoberhaupt zeigte sich erleichtert über den friedlichen Ausgang der Pro-NRW-Kundgebung, die kurz zuvor am Samstagmittag in Lannesdorf zu Ende gegangen war. Wie erhofft, gab es keine Gegendemonstrationen. "Das sollte künftig immer so funktionieren", sagte Nimptsch, "dass einfach keiner hingeht."

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