Erzbergerufer in Bonn: Grundstein für Hotel neben Beethovenhalle gelegt

Erzbergerufer in Bonn : Grundstein für Hotel neben Beethovenhalle gelegt

Der Grundstein für das Hotel am Erzbergerufer in Bonn ist gelegt. Im Sommer 2021 soll das 214-Zimmer-Haus zwischen Stiftsschule und Rhein eröffnen. Der alte Bunker dient als Fundament.

Noch ist es ein etwa hüfthoher Sockel vom Umfang eines Schornsteins. In spätestens zwei Jahren und damit ein Jahr später als geplant soll der Grundstein, der am Mittwoch symbolisch am Erzbergerufer gelegt wurde, zu dem geplanten Hotel ausgewachsen sein. Beim Festakt gab es naturgemäß nur Lob für das Projekt, das politisch lange Zeit umstritten war.

Wie exemplarisch das neben der Beethovenhalle gelegene Grundstück am Rhein für den Wandel steht, verdeutlichte Oberbürgermeister Ashok Sridharan, indem er die Nutzung der Fläche Revue passieren ließ – vom Standort der alten Bonner Windmühle, über den Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg und die Frauenklinik nebenan bis hin zum langjährigen Studentenwohnheim, die letztlich gescheiterten Pläne für ein Festspielhaus und zuletzt zur Flüchtlingsunterkunft. Sridharan zeigte sich überzeugt davon, dass die Rheinpromenade mit dem Hotelbau eine Aufwertung erfahren werde. Und: „Wir brauchen Hotels im drei Sterne Bereich für auswärtige Besucher“, sagte der Oberbürgermeister mit Blick auf Tagungsgäste wie auf den Kulturtourismus.

Beim Investorenwettbewerb hatte sich die Landmarken AG durchgesetzt, für die Jens Kreiterling unterstrich, man wolle mit dem Projekt einen bleibenden Eindruck hinterlassen und zugleich etwas für die Bonner Bürger tun. Damit verwies er indirekt auf den zum Rhein hin gelegenen Vorplatz, der als terrassenförmige „Stadtbühne“ nicht nur gastronomisch, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden soll. Besonders dankte Kreiterling den Nachbarn für ihre Leidensfähigkeit bei den Abbrucharbeiten und dem damit beauftragten Unternehmen, das sich angesichts der Bunkerreste im Boden besonderen Herausforderungen gegenüber gesehen hatte.

Die Bunkersohle erhält gewissermaßen ein „zweites Leben“ und bietet nun das Fundament für das Hotel. Doch nicht nur auf diese Weise werde sich der Neubau optisch in die historische Umgebung einfügen, wie Architekt Gerd Wittfeld betonte: Ausdrücklich soll es beispielsweise mit den charakteristischen Außenfarben und dem Backstein der benachbarten Stiftsschule harmonieren. Auf diese Weise werde das Haus entlang der alten Festungsmauer als optisches Bindeglied zwischen Rhein und Stadt wirken. Der Hotelbetreiber prizeotel hat sich für 25 Jahre an den Standort gebunden. Geschäftsführer Connor Ryterski versäumte es nicht, mit einem Hinweis auf den verpflichteten New Yorker Designer Karim Rashid Spannung zu erzeugen: Der nämlich gestalte „Weinflaschen, Kreditkarten, Sexspielzeug - aber eben auch Hotels“. Rashids Anwesenheit bei der Eröffnung habe man sich vertraglich abgesichert, so Ryterski augenzwinkernd.

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