Pferd, Hund und Kaninchen sind kein Spielzeug: Grundschüler sammeln Erfahrungen mit Tieren

Pferd, Hund und Kaninchen sind kein Spielzeug : Grundschüler sammeln Erfahrungen mit Tieren

Paprika, Kräuter, Pfefferminze und natürlich Heu: Sehr vielseitig war das Futter, das die Erstklässler der Michaelschule gestern im Knauber-Freizeitmarkt für drei Meerschweinchen und ein Kaninchen zusammenstellten.

Die Mädchen und Jungen nahmen an einem Aktionstag teil, den die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder" anlässlich des Kindersicherheitstages organisiert hatte. Hier zeigten kompetente Tiertrainer den Kindern, wie sie auf Tiere richtig zugehen, ohne sich dabei einer Gefahr auszusetzen. Das Futter für die Meerschweinchen und Kaninchen hängten die Kinder an Ästchen. "Es ist wichtig, dass die Tiere freiwillig auf die Kinder zukommen, damit sie nicht angreifen", erklärte Tanja Kreysa vom Projekt Stallgespräch Alfter.

Seit zwölf Jahren organisiert die BAG den Kindersicherheitstag jedes Jahr in einer anderen Stadt mit wechselnden Schwerpunkten. In Bonn lag der Fokus dieses Jahr darauf, Kinder für Gefahren im Umgang mit Tieren zu sensibilisieren und Eltern Tipps zu geben, wie Unfälle mit Tieren verhindert werden können. "Kleine Kinder haben noch kein Gefahrenbewusstsein", betonte Tierärztin Marion Selig von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft.

Die meisten Verletzungen entstehen bei Reitunfällen; doch nicht nur von Pferden, auch von vielen anderen Tieren gehen Gefahren aus. Die Kinder lernten beispielsweise, dass Kaninchen es nicht mögen, auf den Arm genommen zu werden, und ihre Krallen scharf sind. Zudem begegneten sie zwei Hunden und lernten, wie sie sich diesen richtig nähern. Insbesondere Kinder unter fünf Jahren sind gefährdet, durch Hundebisse Verletzungen zu erleiden.

"Ein Pferd oder ein Hund ist kein Spielzeug", warnte Stefanie Märzheuser, Kinderchirurgin Charité Universitätsmedizin Berlin. Die Präsidentin von "Mehr Sicherheit für Kinder" war anlässlich des Kindersicherheitstages ebenso wie Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, angereist. "Ein Leben mit Tieren ist schön, bietet aber auch Gefahren", betonte Gause und riet Familien, die ein Haustier haben, sich über eine private Unfallversicherung zu informieren. "Wichtig sind die Haftpflicht- und die Kinderunfallversicherung", so Gause.

Viele Unfälle mit Tieren lassen sich durch den richtigen Umgang verhindern: "Rücksicht nehmen, Regeln beachten, Respekt haben", laute die Devise, so Märzheuser, die auch vor der Gefahr warnte, ein Kind mit einem Hund unbeaufsichtigt alleine zu lassen. "So eine Verletzung kann ein ganzes Leben verändern", betonte sie.

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