Auch Spendengelder gestohlen: Großer Schaden durch Einbruch bei Bonner Lebenshilfe

Auch Spendengelder gestohlen : Großer Schaden durch Einbruch bei Bonner Lebenshilfe

Laptops, Bargeld und Spendengelder haben Einbrecher in der Nacht auf Donnerstag bei der Lebenshilfe an der Kessenicher Straße in Bonn erbeutet. Der Einbruch trifft die Organisation zum Jahresende besonders hart.

Nur wenige Minuten reichten Einbrechern, um mehrere Zehntausend Euro Schaden zu verursachen: In der Nacht zum Donnerstag stiegen die Täter in Dottendorf in die Geschäftsstelle der gemeinnützigen Bonner Lebenshilfe ein. Dabei nahmen sie nicht nur 20 Laptops mit, sondern leerten auch Spendendosen, die in den Räumen an der Kessenicher Straße lagerten. „Dieser Einbruch trifft uns hart“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Andreas Kimpel. Die Spenden werde die Versicherung wahrscheinlich nicht erstatten. Zudem dauere es Wochen, bis die Mitarbeiter wieder ihre Arbeitsplätze nutzen können. Schon vor zweieinhalb Jahren brachen Unbekannte dort ein – trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen schafften es Täter nun erneut.

Es war eigentlich ein schöner Abend. Bei der Weihnachtsfeier in der Lebenshilfe stießen die Mitarbeiter auf das vergangene Jahr an, bis zum späten Abend unterhielten sie sich noch in der Geschäftsstelle. Als die erste Angestellte am Donnerstagmorgen die Tür aufschloss, waren die Räume verwüstet. Im Erdgeschoss standen zwei Fenster offen, unzählige Akten lagen auf dem Boden. Fast alle Laptops bis in den zweiten Stock waren aus den Dockingstationen verschwunden.

Wie die Täter genau vorgegangen sind, untersucht derzeit die Polizei. „Es gibt Indizien, dass die Täter keine Dilettanten waren“, sagt Polizeisprecher Simon Rott. Dazu zähle beispielsweise das Diebesgut. Gezielt nahmen die Einbrecher 20 leicht transportierbare Laptops mit, schwere Stand-PCs ließen sie dagegen stehen. Die Kellerräume sowie das dritte Obergeschoss durchsuchten sie nicht – offenbar, weil das zu lange gedauert hätte.

Doch nicht alles, so scheint es, lief nach Plan. Zwar schafften die Einbrecher es schnell, ein Fenster im durch ein Tor abgesperrten Innenhof aufzuhebeln. Im Büro scheiterten sie dann allerdings an einer abgeschlossenen Tür. Daraufhin durchsuchten sie erst die Schränke, brachen anschließend das nächste Fenster im Erdgeschoss von außen auf starteten ihre Diebestour.

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe sind nicht nur fassungs-, sondern auch ratlos. „Nachdem bei uns im Februar 2016 schon einmal eingebrochen wurde, haben wir eine Alarmanlage installieren lassen“, erzählt Sprecherin Susanne Land. Warum der Alarm nicht auslöste, gibt den Experten der Sicherheitsfirma derzeit Rätsel auf. Fest steht bislang nur, dass die Täter Sensoren von der Wand schlugen.

„Die fehlenden Laptops bedeuten einen großen Wertverlust und sie verzögern die Arbeit der Mitarbeitenden in einer Zeit, in der zum Jahresende besonders intensiv gearbeitet wird“, sagt Kimpel. Und der Verein muss den Verlust von Bargeld und vor allem von Spendengeldern verkraften. „In der Adventszeit waren durch Sammel- und Verkaufsaktionen viele Barspenden eingegangen, die wir jetzt nicht mehr für unsere Betreuten haben.“

Wer spenden will, kann sich unter lebenshilfe-bonn.de informieren. Die Polizei bittet unter 02 28/1 50 um Hinweise.

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