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Rheinaue in Bonn: Gottfried Hansjakob stellte den Rheinauenpark vor

Rheinaue in Bonn : Gottfried Hansjakob stellte den Rheinauenpark vor

Als die zwei jungen Münchner Landschaftsarchitekten 1970 mit ihrer Arbeit begannen, war zwischen Bonn und Bad Godesberg Acker. Gut 40 Jahre später können Gottfried und Anton Hansjakob durch einen Park mit großen Bäumen wandern. Die Bonner Rheinaue ist einer von 100 besondere Orten, an denen der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) seine Verbandsgründung vor 100 Jahren feiert.

Am Mittwochabend erklärte Gottfried Hansjakob bei einer Führung der Reihe "Gartenwelten 2013" die vielen Ideen, die auf 160 Hektar Fläche Form angenommen haben.

Nicht nur bei der Bundesgartenschau 1979 war die Rheinaue ein Publikumsmagnet. Auch an einem lauen Sommerabend sitzen überall Besucher und grillen, picknicken oder lauschen der Band beim Sommerfestival im Parkrestaurant. Dass sie dabei sorgfältig abgestufte Gartenräume betreten oder auf einer ehemaligen Rheinterrasse radeln, darüber denken wohl die wenigsten nach.

"Wir haben die Rheinaue in die Rheinlandschaft komponiert und sie in eine Höhenzone, eine Parkzone und eine Auenzone gegliedert", erklärte Hansjakob. Vom Höhenweg aus sieht man das Siebengebirge, der große See schimmert in einem Altarm des Rheins. Kleinere Aufenthaltsräume und Bastionen zum Rhein hin wechseln sich mit weitläufigen Parkwiesen ab, die sich flach nach Süden der Sonne zuneigen.

Die Landschaftsarchitekten wollten außerdem den Charakter der beiden Flussterrassen wieder sichtbar machen. Die Hangkanten waren durch Autobahnbau und Südbrücke zerstört worden. Die Geländeebenen des Parks zeichnen die Terrassen nach.

Es ging aber nicht nur darum, eine Grünfläche zu gestalten. In den 1970er Jahren waren die Rheinpromenaden von Beuel und Königswinter sowie Bonn und Bad Godesberg noch nicht verbunden. Die Bundeshauptstadt und ihre Ministerien drängten auf freie Flächen.

Mittendrin traten zwei Münchner, 33 und 27 Jahre alt, an, um ihren Wettbewerbsentwurf für eine Bundesgartenschau umzusetzen. Ein erfahrener Bonner unterstützte sie dabei: Architekt Ernst van Dorp schuf die Hochbauten für die Bundesgartenschau und war mit den Landschaftsplanern darin einig, die Rheinaue frei von Betonbauten zu halten.

Hansjakob erinnert sich noch gut an die Bauphase und die Erdarbeiten auf dem Gelände, wo vieles unbürokratischer lief als heute. "Der Chef der Bundesbaudirektion sprach uns an und sagte: Ihr schüttet auf unserem Baugebiet." Das sei nur ein Zwischenlager, antwortete der junge Landschaftsarchitekt. Der damalige Stadtdirektor Wolfgang Hesse sagte: "Weitermachen." Es sei ein Glück, dass die Stadt Bonn die Fläche für den Park freigehalten habe, sagt Hansjakob rückblickend.

Der Post-Tower, der heute weithin sichtbar hinter den Hügeln aufragt, war nicht mit eingeplant. "Wir hatten erst mal Angst vor dem hohen Gebäude. Aber heute ist der Post-Tower als eigenständiges Gebäude so rund wie die Rheinaue", sagt Gottfried Hansjakob.

Bei den zahlreichen Teilnehmern der Führung kam auch die Frage nach dem Beethoven-Festspielhaus auf, für das die Rheinaue als Standort vom Rat beschlossen ist. "Das ist jetzt nicht unser Thema", antwortete der 77-Jährige diplomatisch. Die Brüder Hansjakob, die regelmäßig zu Gast in Bonn sind, haben das Urheberrecht für den Park, sie bekämen deshalb die Gestaltung der Außenanlagen des Festspielhauses und ihre Anpassung an die Rheinaue übertragen.

Gartenwelten 2013:

"Gartenwelten" ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, die in diesem Jahr unter dem Motto "100 Jahre - 100 Besondere Orte" steht. Gegenstand sind geführte Spaziergänge durch private und öffentliche Gärten, innerstädtische Freiräume und Landschaften. Es geht um Landschaftsarchitektur als Triebfeder zur Gestaltung unserer Umwelt. Mehr auf www.bdla.de.