GOP-Varieté kündigt fünf Veranstaltungen für das kommende Jahre.

Kultur in Bonn : GOP-Varieté verspricht wilde Shows

GOP kündigt fünf Veranstaltungen für das kommende Jahr an, die alle Facetten des Varietés abdecken. Dabei feiert es Weltpremiere mit „Beethovens verschollenes Werk“.

„Varieté heißt nicht immer schneller, weiter und besser, sondern vielmehr immer wieder neu und überraschend anders“ – so fasst Werner Buss, künstlerischer Leiter der GOP-Varietétheater und zentraler Kopf hinter den verschiedenen Programme der sieben Häuser, sein Verständnis dieser Kunstform zusammen. 2020 dürfte dieser Anspruch in Bonn vollends erfüllt werden. Bei der Vorstellung des Spielplans für das kommende Jahr konnte Buss am vergangenen Donnerstag auf jeden Fall fünf Shows ankündigen, die alle Facetten des Varietés abdecken. Es wird poetisch, es wird schrill, es wird wild, es wird sinnlich, es wird verrückt. Und es wird zumindest in einem Fall wirklich einzigartig.

Tatsächlich plant das GOP für das große Beethoven-Jubiläum eine ganz besondere Weltpremiere: Exklusiv für die Bundesstadt nimmt es sich des großen Komponisten an und erschafft mit „Beethovens verschollenes Werk“ ein Spektakel, das in dieser Form nur noch in der Orangerie in den Herrenhäuser Gärten von Hannover zu sehen sein wird. „Schon wenige Monate, nachdem wir hier in Bonn unser Theater eröffnet hatten, sind wir gefragt worden, ob wir uns an den Geburtstagsfeierlichkeiten beteiligen wollten“, erinnerte sich Buss. „Das machen wir natürlich, aber eben auf unsere Weise.“

Also alles andere als gewöhnlich. „Die Grundidee ist, dass wir eine bisher unbekannte Oper entdecken, die Beethoven einst für eine schöne Luftartistin komponierte und niemand geringeren als Goethe dazu gewinnen konnte, das Libretto zu schreiben“, so Buss. „Die Handlung wird selbstverständlich im Zirkus spielen. Dafür werden wir unglaublich leistungsstarke Artisten engagieren, die zu den Besten der Welt gehören und Darbietungen zeigen, so wie sie sonst etwa in Monte Carlo zu sehen sind.“

Die Musik wird dabei von einem echten Paradiesvogel komponiert, der regelmäßigen GOP-Gängern bereits bekannt sein dürfte: Jack Woodhead, der in „Kawumm“ als eigensinniger Transvestit am Klavier für Furore sorgte, soll als ausgebildeter klassischer Pianist Beethoven nacheifern und wird auch in dessen Rolle schlüpfen. Markus Pabst (auch er aus „Kawumm“ bekannt) wird daneben die zweite zentrale Rolle übernehmen.

Noch bevor „Beethovens verschollenes Werk“ am 17. Juli uraufgeführt wird, findet mit „Undressed“ (8. Mai bis 5. Juli) eine weitere GOP-Premiere in Bonn statt. „Natürlich wird es eine sehr sinnliche Show, aber ‚undressed‘ heißt nicht sofort ‚naked‘“, betonte Buss. „Vielmehr geht die Ästhetik in Richtung dessen, was man oft im modernen Tanz sieht, also ganz pur und ungeschminkt, ohne aufwendige Kostüme und dergleichen. Uns reizt die Natürlichkeit der Bewegungen, die wir zum Teil mit ganz puristischem Licht-Design kombinieren werden.“

Die drei anderen Shows des kommenden Jahres sind derweil schon etabliert. Ab dem 8. Januar lockt das „Grand Hotel“ mit ungewöhnlichen Geschichten und einer durch Gesang und Tanz entstehenden Musical-Atmosphäre in eine verspätete Silvesternacht, von März bis Mai tummeln sich die „Freaks“ mit ihren skurril-bizarren Talenten in Bonn, und im November startet mit „Sombra“ ein überaus poetisches Programm, das mit Gegensätzen spielt. Eine reizvolle Mischung, die sich sehen lassen kann. „Ich freue mich jetzt schon auf jede einzelne Bonn-Premiere“, betonte Buss denn auch.

Termine: 8. Januar bis 1. März: Grand Hotel. 5. März bis 3. Mai: Freaks. 8. Mai bis 5. Juli: Undressed. 17. Juli bis 1. November: Beethovens verschollenes Werk. 5. November bis 17. Januar: Sombra. Karten zu „Grand Hotel“ und „Freaks“ erhalten Sie bereits jetzt in den Bonnticket-Vorverkaufsstellen.