DGB-Debatte zu Mobilität: Gewerkschafter fordern neue Straßenbahnlinien in Bonn

DGB-Debatte zu Mobilität : Gewerkschafter fordern neue Straßenbahnlinien in Bonn

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lädt zur Debatte über die Mobilität in der Region ein. Ein Positionspapier der Gewerkschafter enthält viele Forderungen an die Politiker.

Der Weg zur Arbeit kostet jeden Tag Nerven. Lieferungen kommen im Betrieb zu spät an. Der Bummel in der Innenstadt wird oft schon bei der Anreise ein Stresstest. Wie die Mobilität in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis in Zukunft aussehen könnte und welche Maßnahmen dringend ergriffen werden müssen, darüber diskutiert am Samstag, 2. Dezember, der Deutsche Gewerkschaftsbund ab 9.30 Uhr im DGB-Haus, Endenicher Straße 127. Auf dem Podium sitzen unter anderem die Leiterin der Bonner Wirtschaftsförderung, Vitoria Appelbe, Anja Wenmakers von den Stadtwerken und Uwe Jünger, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Köln. Grundlage ist ein Positionspapier zur Mobilität und Infrastruktur, dass der DGB Bonn/Rhein-Sieg verfasst hat.

Darin wird gefordert, dass mehr in die Instandhaltung und die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs investiert werden soll. Zu den dringlichsten Aufgaben zählen für den DGB eine Kapazitätserhöhung der Stadtbahnlinien 66, 16 und 18, sowie eine Verdichtung der Takte im Regionalverkehr. „Der Bau einer Hardtbergbahn sowie einer Straßenbahn zwischen Holzlar und Beuel würden die Zugstrecke und die Straßen entlasten“, sagt DGB-Vorsitzender Bernd Weede.

Die Strecke Köln-Bonn soll, so die Forderung, durch eine rechtsrheinische Stadtbahn von Beuel über Niederkassel nach Köln und eine linksrheinische S-Bahn bis Bad Godesberg entlastet werden. Zusätzlich sei der Bau einer Güterverkehrsstrecke außerhalb des Rheintals sinnvoll. Die geplante Rheinbrücke bei Niederkassel solle neben der Straße Schienen für Stadtbahn, Fernverkehr und Güterverkehr bekommen.

Radfahren soll attraktiver werden

Weitere Forderung: Die Fahrpreise müssten sinken. Eine Lösung sei ein steuerfinanziertes Bürgerticket. Für die anstehenden Sanierungen der Friedrich-Ebert-Brücke und des Tausendfüßlers fordern die Gewerkschafter ein regionales Baustellenmanagement, damit der Verkehr nicht zusammenbricht. Dazu gehörten auch Anreize zum Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad.

Um attraktive Alternativen zu schaffen, sollte der Ausbau von Fahrrad- und Fußwegen eine größere Rolle spielen. Um das subjektive Gefühl der Verkehrssicherheit zu stärken, müsse geprüft werden, ob Tempo 30 in den Städten sinnvoll sei. Wichtig seien zudem sichere Abstellflächen für Räder. Deshalb habe der Bau der neuen Radstation am Hauptbahnhof hohe Priorität. Kleine Stationen in Beuel und Bad Godesberg würden diese Bahnhöfe auch attraktiver für Pendler machen, so der DGB.

„Wir begrüßen jedes Unternehmen, das Verantwortung übernimmt und sich im betrieblichen Mobilitätsmanagement engagiert“, betont Weede. Kommunen und kommunale Betriebe sollten mit gutem Beispiel vorangehen. „Bei der Stadt Bonn ist eine Stelle für das betriebliche Mobilitätsmanagement politisch beschlossen. Jetzt muss sie auch geschaffen werden.“

Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis sind ein Ballungszentrum mit annähernd einer Million Einwohner. „Sie werden aufgrund steigender Bevölkerungszahlen und der aktuellen Situation auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt noch enger und verzahnter kooperieren müssen“, sagt Weede.