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Ärger wegen Bretterwand am Sterntor: Geschäftsleute in der Vivatsgasse fühlen sich ausgegrenzt

Ärger wegen Bretterwand am Sterntor : Geschäftsleute in der Vivatsgasse fühlen sich ausgegrenzt

Mit gemischten Gefühlen sieht Beate Mersmann den Tagen entgegen, wenn der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt die Besucher wieder in Strömen anlockt.

"Dann geraten wir regelrecht ins Abseits", sagt die Juwelierin, die ihr Geschäft unmittelbar hinter dem Sterntor in der Vivatsgasse hat. Denn pünktlich zu Beginn des Weihnachtsmarktes lässt die Stadt Bonn das Sterntor mit einer Bretterwand verschließen.

Der direkte Zugang zur Vivatsgasse durch das Sterntor ist damit dicht. "Die Leute können dann nur vom Friedensplatz aus oder von der anderen Seite über einen Umweg ums Sterntor zu uns gelangen", beschwert sich die Geschäftsfrau, "die Vivatsgasse ist dann wie ein dunkler Schlauchgang".

Dabei sei das Weihnachtsgeschäft für sie von hoher Bedeutung, doch fehle ihr in dieser Zeit viel Laufkundschaft, weil ihr Geschäft einfach übersehen werde. Eingaben bei der Stadtverwaltung seien ohne Wirkung geblieben, sie habe sogar einen Anwalt eingeschaltet. "Ohne Erfolg", sagt sie verbittert, "wir sind seit 67 Jahren an dieser Stelle, wir zahlen Steuern und Abgaben. So darf man eigentlich nicht mit Geschäftsleuten umgehen", kritisiert sie.

Auch Klaus Hilger ist sauer auf die Stadt. "Als noch die Bühne des Weihnachtsmarktes vor dem Sterntor stand, machte die Absperrung vielleicht noch einen Sinn", meint der Leiter der Firma "Faßbender Genussmanufaktor", die das Restaurant "Bottler's" hinterm Sterntor betreibt.

Doch die Bühne gebe es seit zwei Jahren nicht mehr. Warum das Tor dann weiterhin mit einer Bretterwand vernagelt werden solle, sei nicht mehr zu verstehen. Zumal die Vivatsgasse dadurch optisch zum Schandfleck werde. "Wir haben uns zunächst privat an die Stadt Bonn gewandt. Eine Reaktion haben wir nicht erhalten. Erst als wir einen Anwalt eingeschaltet haben, gab es eine Antwort. Und die ist lapidar und nichtssagend", klagt Hilger.

Aus Sicht der Stadtverwaltung macht die Bretterwand dagegen nach wie vor Sinn. Sie diene vor allem Dekorationszwecken, erklärt Elke Palm vom Presseamt. Zumal unter anderem die Eröffnungszeremonie oder auch das eine oder andere Kinderprogramm auf dem Plateau vor dem Sterntor noch stattfinde.