Kommentar zu Vermietungsportalen: Gerechte Steuern

Kommentar zu Vermietungsportalen : Gerechte Steuern

Das Geschäft mit dem Wohnraum ist in Städten lukrativ. Mit der Vermittlung von Privatzimmern hat sich in den vergangenen Jahren ein neuer Markt aufgetan, der auch der Bonner Stadtverwaltung nicht verborgen geblieben ist.

Bisher habe ich einmal Airbnb genutzt – für eine Nacht, bei einer Reise in die Niederlande. Die Studentin, die ein WG-Zimmer zur Verfügung stellte, erklärte, dass ihre Kommilitonen öfter Fremde bei sich übernachten lassen, um den Leerstand in der Wohnung zu kompensieren. Immer wieder sei jemand wegen Studienaufenthalten nicht im Haus, die Miete müsse trotzdem gezahlt werden. Die Privatvermittlung helfe, die Kosten zu mindern und bessere damit die ohnehin knappe Studentenkasse auf. Ein Beispiel, das die Stärken der Online-Plattformen zeigt und Wohnraum effektiv nutzt.

Es gibt aber auch Schattenseiten. Nämlich dann, wenn jemand ein Geschäft damit machen will oder keine Steuergerechtigkeit herrscht. Warum sollte jemand schwarz in die Tasche wirtschaften dürfen, während andere brav für jede Übernachtung einen Obolus an die Allgemeinheit entrichten müssen? In großen Städten wie Bonn, wo Wohnraum teuer ist, lassen sich mühelos Tausende Euro verdienen. Ohne auch nur einen Cent an das Finanzamt oder die Kommune weiterzugeben, weil die Vermietungen im Verborgenen bleiben.

Das müssen die Behörden verhindern. Die Bonner „Taskforce Zweckentfremdung“ ist ein gutes Instrument, das aber – trotz Personalaufstockung – mit der Aufgabe überfordert zu sein scheint. Die städtischen Mitarbeiter müssen unzähligen Hinweisen nachgehen und sich durch die Vermittlerportale im Netz kämpfen. Eine Kooperation mit den Portalbetreibern, wie es sie in Dortmund gibt, würde den Verwaltungsaufwand reduzieren. Dort kassieren die Betreiber automatisch die Bettensteuer und geben sie an die Stadt weiter. Damit wird den wirklich windigen Vermietern, die ein richtiges Geschäftsmodell entwickelt haben, zwar noch nicht das Handwerk gelegt. Es ist aber immerhin ein Schritt hin zur Steuergerechtigkeit.

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