Poppelsdorfer Heimatmuseum: Gemälde, Pflanzenpresse und Porzellan

Poppelsdorfer Heimatmuseum : Gemälde, Pflanzenpresse und Porzellan

"Ich habe meinen Großvater als weißhaarigen, aufrechten Herrn in Erinnerung. Immer die Staffelei dabei, immer unterwegs", sagte Enkel Evert Everts über den Poppelsdorfer Künstler Eduard Rief.

Der Großvater sei fest verankert gewesen in seinem Stadtteil, "vom Garten meines Opas an der Sternenburgstraße 29 hatte man einen wunderbaren Blick auf die Kirche St. Sebastian - hier festgehalten auf einem seiner Gemälde", sagte Everts und deutete auf ein Aquarell. Die Werke Riefs und einiger weiterer Poppelsdorfer Maler sind ausgestellt im Heimatmuseum über der Clemens-August-Schule, dessen Umgestaltung am Samstag der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Das weitläufige Altbauzimmer im ersten Stock des Gebäudes ist räumlich aufgeteilt in vier thematische Schwerpunkte: Haushalt und Büro, repräsentiert durch Relikte des Bonner Bürogeräteherstellers Soennecken, der von 1876 bis 1973 Schreibwaren und Federn auf Poppelsdorfer Boden produzierte. In mehreren Glasvitrinen gleich daneben befindet sich edles Porzellangeschirr und Keramik der Firma Wessel, Mitte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt mit großer Bedeutung für die Industrialisierung.

Kräuterschneider, Pillenbrett, Salbenfüllmaschine, Glaskolbenspritze, Pflanzenpresse und eine Gussform zur Zäpfchenherstellung aus dem Bestand der Flora-Apotheke, seit Anfang des 20. Jahrhunderts ansässig in Poppelsdorf, ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher im hinteren Teil des Museums auf sich. "Helmut Glaubitz, der die Apotheke seit 1982 führt, beschenkte uns sehr reichlich mit all diesen historischen Gegenständen, die die Geschichte des Apothekenhandwerks erzählen", sagte Klaus Gries vom Förderverein Poppelsdorfer Geschichte. In der Mitte des Raumes hängen Zeichnungen, Aquarelle und Öl-gemälde der Künstler Christian Hohe, Robert Renner, Johann Geu-er und Eduard Rief.

Die ehemalige Heimatsammlung des Pastors Hans Rudolf Stöcker, Anfang der 50er Jahre für den Schulunterricht zusammengetragen und 1962 der Stadt übertragen, ist im Laufe der Jahrzehnte beträchtlich angewachsen. "Um die 100 Objekte zählte die Sammlung zu Beginn, mittlerweile sind es rund 900", so der Leiter des Museums Christian Kleist. Ausgestellt werden könne wegen Platzmangels jedoch immer nur ein Bruchteil, der Rest lagere im Magazin. "Wir sind zwar klein, dafür aber umso verwachsener mit unserem Stadtteil", findet Kleist.