Außergewöhnliches Mittagsmenü: Gastköche aus dem Bonner Hilton zu Gast in der Pauke

Außergewöhnliches Mittagsmenü : Gastköche aus dem Bonner Hilton zu Gast in der Pauke

Das Bonner Hilton-Team arbeitet einen Tag mit den Kollegen im Kulturbistro Pauke zusammen. Sie tauschen Rezepte und kochen gemeinsam.

„Das ist nicht unbedingt meine Tageszeit“, merkte Markus Pahlke an. Um kurz nach neun Uhr donnerstags morgens fachsimpelte der Barkeeper des Hilton bereits seit einer Viertelstunde mit seinem Kollegen Ibrahim Scheikho vom Kulturbistro Pauke über einen alkoholfreien Cocktail. Die beiden wollten ihn den Gästen zum Lunch anbieten. „Als Barkeeper arbeitet man eher abends und nachts, und mein Feierabend liegt noch nicht so lange zurück“, sagte Pahlke, der dennoch frisch und ausgeschlafen wirkt.

Das Hilton-Team traf im Rahmen der „Global Week of Service“, an der alle Hotels der Kette teilnehmen, einen Tag lang Kollegen von der Pauke-Crew, um sich auszutauschen. Jeweils ein Profi und ein Auszubildender aus dem Service und der Küche sowie Pahlke berieten die Mitarbeiter in der Pauke bei der Zubereitung eines außergewöhnlichen Mittagsmenüs. Als Coaching wollten alle Beteiligten den Besuch nicht verstanden wissen, obwohl das Bistro-Team recht gespannt auf den Besuch der Hotel-Profis war. „Es geht eher um gegenseitigen Austausch“, meinte Pamela Doderer vom Hilton-Service.

Auf dem Herd in der Küche brodelte und brutzelte es trotz der frühen Uhrzeit schon in vielen Töpfen. „Die klassische Gemüsebrühe machen wir bei uns auch nicht anders“, stellte Tobias Loell fest, während seine Pauke-Kollegin Jessica Eisner noch ein letztes Brokkoli-Röschen in den riesigen dampfenden Topf warf. „Die Brühe ist immer auch Resteverwertung“, so der Chef de Partie, dessen Besuch für die Pauke-Azubine auch eine Herausforderung ist, die sie gerne annahm. „Wir fechten ein kleines Battle aus“, witzelt sie mit ihrem erfahrene Kollegen, und man spürt, dass sich die beiden auf Anhieb sympathisch sind.

Kultbistro setzt auf neues Konzept

„Das wird ein super Tag“, war sich Loell sicher. Er fühle sich ein bisschen an seine eigene Ausbildungszeit erinnert. Wenn es nach der Stimmung und den Gerüchen in der Küche ging, war der Erfolg tatsächlich gesichert. Für Kalbsjus als Basissauce wurden Knochen angebräunt, und wie die Düfte bei der Zubereitung erahnen ließen, stand den Lunchgästen ein genussvolles Mahl bevor. „Nach dem Anbräunen wird das Ganze noch tomatisiert“, erklärten Küchenchefin Anja Lindenberg und Hilton-Azubi Maik Hachmann. Nur abgelöscht wurde in der Pauke statt mit Rotwein mit Holundersaft, da die Pauke sich als weitgehend alkoholfreies Restaurant versteht.

Zum Hintergrund: Unter dem Motto „Therapie – was nun?“ wurde die Pauke 1982 als Selbsthilfeverein von ehemaligen Drogenabhängigen nach einer stationären Therapie gegründet. Ziel war, sich bei Arbeit, Wohnen und sozialen Kontakten gegenseitig zu unterstützen und der Name steht als Akronym für Projekte, Arbeit, Umwelt, Kommunikation und Eingliederung.

Das Kulturbistro gehört zu den Angeboten und setzt seit einem Jahr auf ein neues Konzept: „Wir bieten zum Beispiel anders als in der Vergangenheit in den Abendstunden auch alkoholische Getränke an“, so Silke Wenzel vom Marketing der Pauke. Der Lunch bleibt aber gewohnt abstinent und so konnten Pahlke und Scheikho zeigen, dass Cocktails auch ohne Promille sehr köstlich sind. Einen „Blue Lagoon alkoholfrei“ hatten die beiden zur Feier des Tages kreiert und das Rezept ist kein Geheimnis: Ein Blue Curaçao Barsirup wird mit Zitronensaft und Sprite gemixt und mit Orangenscheibe und Eis serviert.

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