GA-Serie "Im Grünen": Gärten aus Bonn und Sinzig zählen zu den 50 schönsten

GA-Serie "Im Grünen" : Gärten aus Bonn und Sinzig zählen zu den 50 schönsten

Jedes Jahr kürt der Callwey Verlag die 50 schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Mit dabei sind in diesem Jahr ein Garten aus Bad Godesberg und einer aus Sinzig-Westum.

Als Landschaftsarchitekt Manuel Sauer das Projekt begann, fand er einen verwilderten Garten vor. Heute sind die 450 Quadratmeter hinter dem Haus in Bad Godesberg im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnetes Grün: Der Garten zählt zu den 50 schönsten Privatgärten des Jahres, die der Callwey Verlag jedes Jahr im deutschsprachigen Raum auszeichnet.

Die Neugestaltung des Gartens schloss sich an eine umfangreiche Sanierung der denkmalgeschützten Stadtvilla an und dauerte allein rund acht Monate. Dabei ließen die Eigentümer, deren Namen der Verlag nicht nennt, unter anderem den Keller zum Souterrain umbauen. Die Folge: Das Stück Garten davor, das Sauer zu einer Terrasse machte, musste tiefer gelegt und durch Treppenstufen an das Niveau des restlichen Gartenteils angepasst werden. Außerdem galt es für Sauer, eine neue stählerne Treppe von der zweiten, balkonähnlichen Terrasse in die Gestaltung zu integrieren. „Die Anlage sollte sich grundsätzlich in den architektonischen Kontext des Hauses einfügen, aber nicht einfach historisierend einen klassizistischen Villengarten nachahmen“, sagt Sauer.

Auffallend sind vor allem die wetterfesten Stahlteile mit Rostpatina, die Sauer am Rand eines Zierbeckens verbaute. Das Becken verläuft über die gesamte Breite der Terrasse und ist biologisch. „Das bedeutet, dass kein Chlor zum Einsatz kommt. Stattdessen wird der Teich mit einer normalen Filteranlage betrieben“, sagt der Landschaftsarchitekt. Dies führe dazu, dass auf dem Wasser Seerosen wachsen könnten. Fast unberührt ließ er die alten Ziegelmauern rund um das Grundstück, da diese wie das Haus denkmalgeschützt sind. Eine weitere Attraktion sind vier Dachplatanen in einer hinteren Ecke des Gartens, die einen Sitzplatz einrahmen. In punkto Pflanzen verwendete Sauer unter anderem Stauden und Immergrüne Magnolien, da diese, wie ihr Name schon sagt, das ganze Jahr grün sind.

Was das Grün in Gärten betrifft, beobachtet er in jüngster Zeit eine Rückbesinnung auf Naturnähe. „Pflanzen werden wieder ernster genommen, inszeniert und mehr gewürdigt“, formuliert es Sauer. Allgemein gebe es den positiven Trend, dass der Garten immer mehr als eigener Wohnraum angesehen werde. An Bedeutung gewinne auch zunehmend der Aspekt der Nachhaltigkeit in Gärten. „Das ist aber immer eine Kostenfrage“, betont Sauer. Denn wer beispielsweise einen billigen Gartenzaun kaufe, müsse damit rechnen, dass dieser schneller kaputt gehe als ein teureres Modell.

Neben dem Bad Godesberger Garten ist aus der Region in der Auflistung des Verlags auch der von Peter Berg aus Sinzig-Westum vertreten. Das Besondere: Es handelt sich um seinen eigenen, 3000 Quadratmeter großen Garten, der an einem alten Weinbergshang liegt und sich über sieben Ebenen verteilt. Das steile Gelände wird mit Natursteinen befestigt, auf deren Verwendung sich Berg spezialisiert hat. Höhepunkte des Gartens sind ein Wasserfall aus Basaltfelsen und ein Gewächshaus aus Beton, Stahl und Glas.

„Die drei Grundlagen des Gartens sind Naturstein, Pflanzen und Wasser“, sagt Berg, der auf der Anlage immer auch experimentiert. Trotz der beeindruckenden Größe halte sich der Pflegeaufwand in Grenzen. „Das ist eine Folge, wenn man das Richtige pflanzt und bei der Planung ordentlich ist“, betont Berg. Er nimmt zwar nicht an der Aktion „Offene Gartenpforte“ teil, bietet Gartenfreunden aber trotzdem die Möglichkeit, sein grünes Reich anschauen zu können.

Interessenten können über 02642/902970 mit Peter Berg in Kontakt treten.

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