Start der Fairen Wochen: Frühstücken mit gutem Gewissen

Start der Fairen Wochen : Frühstücken mit gutem Gewissen

Berit Heidemann und Lars Großmann lassen es sich schmecken. Beide sitzen auf einer Biergartengarnitur auf dem Münsterplatz und frühstücken, wie viele andere Passanten auch, mit Blick auf die Basilika. Zuvor haben sie sich an einem Zelt angestellt, wo sie Brötchen, Kaffee, Teller und Besteck bekommen haben. Alles kostenfrei.

Das Frühstück bildete am Samstag den Auftakt zur Fairen Woche in Bonn, organisiert vom Weltladen, von der "Fair Trade Town" Bonn, der Frauenrechtsorganisation Femnet, des Lokalen Agenda Büros der Stadt, des Stadtdekanats Bonn und der Verbraucherzentrale. Bis 25. September wollen die Veranstalter zeigen, dass fairer Handel nicht nur mit fairen Preisen und Arbeitsbedingungen überzeugen kann, sondern auch mit Qualität und Stil.

Faire Produkte ans Herz legen

"Dieses Frühstück veranstalten wir zum zweiten Mal und freuen uns über das große Interesse, denn unser Ziel ist es, möglichst alle Bonner zu erreichen, um ihnen die fairen Produkte ans Herz zu legen", sagte Ann-Kathrin Voge vom Weltladen. Speisen und Getränke waren zwar kostenlos, um eine Spende für Preda, eine Kinderschutz- und Fairhandelsorganisation, wurde aber gebeten.

Auf dem Tisch von Berit Heidemann und Lars Großmann standen ein Pesto mit Tomaten, ein Mango-Fruchtaufstrich und ein besonderer Mangosaft - alle Produkte sind natürlich fair gehandelt. "Wir wollen diese Aktion unterstützen und vor allem möchte ich mich über faire Produkte informieren", sagte Großmann. Er kaufe zwar auch ganz normale Produkte, versuche aber dennoch auch immer faire Produkte in den Einkaufswagen zu legen.

"Wir haben keine Familie und können uns deshalb auch mal die teuren Produkte leisten, wobei der preisliche Unterschied auch nicht ganz so hoch ist", sagte Berit Heidemann. Das Frühstück wurde zu großen Teilen von Bioläden und Geschäften, die faire Produkte anbieten, gesponsert. "Insgesamt haben wir mehr als 500 Brötchen bekommen, die wir hier reichen können", berichtete Voge. "Wir möchten hier auch die große Vielfalt an fairen Produkten zeigen." Dass das Interesse an fairen Produkten groß ist, konnte man an der langen Schlange vor der Essensausgabe erkennen.

Bio bedeutet nicht fair gehandelt

"Obwohl auf einem Produkt Bio draufsteht, heißt dies noch lange nicht, dass dieses auch fair gehandelt wurde", sagte Voge. Fair gehandelt sei ein Produkt erst dann, wenn der beteiligte Erzeuger auch einen entsprechenden Preis erhalte. Werde dieser zusammen mit den Bauern ausgehandelt, könne man von fairem Handel sprechen. "Wenn Aldi beispielsweise den Preis für Bananen senkt, sinkt er weltweit. Der deutsche Discounter diktiert den Bananenpreis", merkte Voge an. Mittags trat dann das Thema "Faires Frühstück" in den Hintergrund und machte Platz für das Thema "Faire Kleidung". Bei einer Modenschau präsentierten mehrere Bonner Geschäfte und Labels ihre Kollektionen aus fairen Shirts, Röcken und Hosen.

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