Fridays for Future in Bonn: 1000 Demonstranten in der City - wenig Stau

Wenig Verkehrsbeeinträchtigungen in Bonn : 1000 Teilnehmer bei „Fridays for Future“ in Bonn

Erneut sind am Freitag Menschen im Rahmen der „Fridays for Future“-Demonstrationen in Bonn auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren. Die Polizei spricht von rund 1000 Teilnehmern, die durch die Innenstadt zogen.

Mit einer Demonstration durch die Bonner Innenstadt hat die Bewegung "Fridays for Future" am Freitag ihr Klimacamp im Hofgarten beendet. Rund 1000 Teilnehmer, darunter auch viele Erwachsene, machten sich vom Münsterplatz über eine vier Kilometer lange Strecke zur Abschlusskundgebung im Hofgarten auf. Mit dem einwöchigen Klimacamp waren die Aktivisten zufrieden, mit der Klimapolitik noch nicht.

Genauso emotional und wütend wie Greta Thunberg in New York machte sich der junge Timon am Mikrofon Luft. "Shame on you" brüllte er und warf Politik und Wirtschaft vor, ihm die Zukunft zu stehlen. Auch die 17-Jährige Salome hatte zu Beginn der Demonstration eine Rede vorbereitet. Mit einem zerknitterten und bekritzelten Spickzettel stand sie vor den Teilnehmern und kritisierte die Kohleindustrie. Sie zeigte zwar Verständnis für die Situation der Arbeitnehmer, die durch die Energiewende ihre Jobs verlören. "Aber es geht nicht nur um das Schicksal der Arbeiter, sondern auch derer, die wegen dieser veralteten Energieform weichen müssen." Ganze Dörfer würden umgesiedelt. Dafür erhielt sie viel Applaus.

Anschließend ging es quer durch Bonn, entlang des Hofgartens, über die Bornheimer Straße, die Viktoriabrücke und die Baumschulallee zurück zum Hofgarten. Laut Polizei kam es dabei zu keinen Zwischenfällen. "Die Verkehrsbeeinträchtigungen sind gering ausgefallen, weil der Demozug immer schnell vorüberging", sagte Polizeisprecher Simon Rott. Zeitweise mussten die Autofahrer im Schritttempo hinter der Demo herfahren.

Die Teilnehmer zogen kleine Wagen mit Lautsprechern hinter sich her und waren wieder mit vielen selbst gebastelten Plakaten unterwegs. Mittendrin war Julian Tietze mit seiner kleinen Tochter Sophia. "Die Kinder haben noch mehr Zukunft vor sich als wir. Deshalb müssen wir etwas für das Klima tun", sagte er, während er den Kinderwagen vor sich her schob.

Die Bonner Gruppe der "Fridays for Future" war sowohl mit der Demo, als auch mit dem Klimacamp zufrieden. "Wir haben nicht erwartet, dass wir das Programm so durchziehen konnten", so Sprecher Luca Samlidis. Man sei mit vielen Passanten ins Gespräch gekommen und habe sich auch mit Kritikern konstruktiv auseinandersetzen können.

Wann die nächste größere Aktion ansteht, ist derzeit noch nicht klar. "Wir müssen erst einmal alles abwickeln und die Finanzberichte abgeben." Grundsätzlich sei es aber denkbar, ein erneut im Hofgarten zu übernachten. "Allerdings frühestens Ende des Frühjahrs, weil es sonst zu kalt ist." Am nächsten globalen Streik wolle man definitiv teilnehmen, ein Termin stehe noch nicht fest.

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