Fridays for Future Bonn: Demonstrationen läuten Aktionswoche ein

Demos für den Klimaschutz : So läuft die Aktionswoche von Fridays for Future in Bonn

Die Aktionswoche von Fridays for Future beginnt am Freitag mit zwei großen Demonstrationen in Bonn. Neben zahlreichen Schülern machen auch viele Büros und Betriebe aus dem Umland mit. Wir geben einen Überblick zu den geplanten Kundgebungen.

Während am Freitag in Berlin das Klimakabinett darüber entscheidet, wie es mit dem Klimaschutz in Deutschland weitergeht, wird sich kurz nach 8 Uhr die Aula der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Pützchen gefüllt haben. Schon im Mai, als der erste Aufruf zu der nun am Freitag bundesweit stattfindenden Fridays-for-Future-Demonstration "Alle fürs Klima" erfolgte, entschied die Schülervertretung (SV), für diesen Tag einen Antrag zu einem Umweltaktionstag zu stellen, um den Jugendlichen die Teilnahme an der Demo zu ermöglichen und einem unentschuldigten Fehlen vorzubeugen. Die Schulkonferenz gab grünes Licht. Der Freitag ist nun auch Auftakt der Aktionswoche im Hofgarten mit vielen Aktionen.

Auch viele Büros und Betriebe machen mit

Morgens beginnt der Tag an der IGS mit Diskussionen, um 10.30 Uhr machen sich 1100 Schüler, Lehrer und Eltern als Demo auf den Weg nach Bonn. Da wartet dann schon der FfF-Demonstrationszug durch die Bonner Innenstadt, der mit einer Abschlusskundgebung um 16 Uhr im Hofgarten endet. Mit rund 450 bundesweiten Demonstrationen soll dieser Freitag zum bisher größten globalen Klimastreik werden. Waren es bisher vor allem Schüler, die für ihre Zukunft auf die Straße gingen, ruft nun ein Bündnis aus Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbänden, von Kirchen, Klimaschutzinitiativen, Vereinen und sozialen Bewegungen dazu auf, die FfF-Bewegung zu unterstützen.

Viele Büros und Betriebe in Bonn machen mit und halten es dabei so wie die Bonner Stadtverwaltung: Jeder, der dabei sein möchte, soll es in seinem Team organisieren, Überstunden abbauen oder flexible Arbeitszeit nutzen. Dieser Vorgabe schloss sich auch Tim Höttges an: Der Chef von mehr als 15.000 Bonner Telekom-Mitarbeitern sieht in Fridays for Future das Potenzial, Menschen emotional zu erreichen und sie an ihre Verantwortung zu erinnern. "Deshalb unterstütze ich diese Aktion ausdrücklich. Als CEO der Deutschen Telekom. Und als Vater zweier Söhne", so Höttges im LinkedIn-Netzwerk.

Die beiden 17-jährigen Pauline Behr und Levin Thüringer haben mit der IGS-Schülervertretung den Umwelttag an ihrer Schule organisiert. 500 Pappen und ebenso viele Stöcke wurden beschafft. "Für uns ist der Klimaschutz das wichtigste Thema, was uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird", sagt Thüringer und fügt hinzu, dass es nichts bringe, für eine Zukunft zu lernen, die nicht existiere. Auch Behr ist überzeugt, dass es nicht anders geht, als um eine bessere Zukunft zu kämpfen.

So hatten sie auch bei den jüngsten großen FFF-Demonstrationen mit der SV die Teilnahme vieler ihrer Mitschüler organisiert, obwohl das den meisten Beteiligten ein unentschuldigtes Fehlen am Unterricht einbrachte. "Unentschuldigte Fehlstunden müssen festgehalten werden", sagt IGS-Schulleiter Rainer Wienand. Inwieweit Entschuldigungen für diese Tage einer Grundlage entbehrten, könne er natürlich nicht nachvollziehen. Es sei aber Konsens unter den Kollegen, an Freitagen keine Klausuren zu schreiben. Mit den Schülern sei man sich einig: "Wer sich engagiert, muss auch mit den Konsequenzen leben".

Ähnlich sieht es an anderen Schulen aus. So haben die Schüler, Lehrer und Pfarrer Andreas Haermeyer vom Bad Godesberger Clara-Fey-Gymnasium darüber diskutiert, inwieweit sie als Schule die Freitagsdemonstration unterstützen sollen. Im Ergebnis wird es nun diesmal für die Schulgemeinde einen Gottesdienst zum Thema "Bewahrung der Schöpfung" geben. Im Anschluss wird nur die Umwelt-AG der Schule eine Exkursion zur Hofgartenwiese unternehmen.

Dorothee von Hoerschelmann, Leiterin des Duisdorfer Helmholtz-Gymnasiums teilt mit, dass an der Schule eine Erziehung zu Umweltbewusstsein und Klimaschutz stattfinde. So sähen es die meisten ihrer Kollegen so, dass das Versäumen von Unterricht zu Demonstrationszwecken laut Schulgesetz nicht entschuldbar ist.

Bad Honnefer radeln zur Klimademo

Zu denen, die sich ab 11 Uhr unter dem Motto „Alle fürs Klima“ auf dem Bonner Hofgarten versammeln, gehören auch Bad Honnefer Bürger. Eine Gruppe hat sich zusammengefunden, um nach Bonn zu radeln und an der Kundgebung teilzunehmen. Auch Bürgermeister Otto Neuhoff und seine Frau Gerlinde werden sich anschließen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben ebenfalls die Möglichkeit zur Teilnahme, teilt Neuhoff weiter mit. Wie in Düsseldorf, Köln und Bonn räumt die Verwaltung die Möglichkeit ein, dafür kurzfristig Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen. Dasselbe gilt auch für die Königswinterer Stadtverwaltung, hieß es auf Nachfrage; eine zentrale Aktion sei aber nicht geplant.

Wer sich der Bad Honnefer Gruppe anschließen möchte, sollte sich um 10 Uhr mit dem Fahrrad an der Bushaltestelle am Bahnhof Rhöndorf einfinden.

Nach Auskunft der Bonner Polizei hat die Fridays-for-Future-Bewegung bisher 10.000 Teilnehmer für die Bonner Demonstration angemeldet. Übrigens: Am Freitag können die Schüler kostenlos Bus und Bahn fahren. Dieses Angebot hat aber nichts mit dem Klimastreik zu tun, sondern gilt anlässlich des Weltkindertags.

Mehr von GA BONN