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Verfolgungsjagd in Bonn gestoppt: Frau mit Baby an Bord rammt Streifenwagen

Verfolgungsjagd in Bonn gestoppt : Frau mit Baby an Bord rammt Streifenwagen

Eine 21-jährige Frau hat sich am Donnerstagmorgen eine rund 75 Kilometer lange Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, die über die A3, A560, A59 und A565 führte. Auf der Graurheindorfer Straße in Bonn stoppte die Polizei die Fahrt. Ebenfalls im Auto saß ihre einjährige Tochter.

Eine rund 75 Kilometer lange polizeiliche Verfolgungsjagd einer 21-jährigen Frau in einem Seat ist am Donnerstagmorgen in Bonn auf der Graurheindorfer Straße zu Ende gegangen. Dorthin war sie zuvor von der Autobahnabfahrt Auerberg abgefahren und als Falschfahrerin in Richtung Bonner Innenstadt unterwegs. Streifenbeamte überholten den Kleinwagen und stellten sich vor dem Seat quer auf die Straße, um die gefährliche Fahrt zu stoppen.

Die 21-jährige Hanauerin fuhr daraufhin in die Beifahrerseite des Streifenwagens. Verletzt wurde dabei niemand. Im Inneren des Wagens entdeckten die Polizisten ein einjähriges Mädchen in einem Kindersitz. Die Beamten nahmen die Frau vor Ort vorläufig fest und legten ihr Handschellen an. Alkohol- und Drogentest waren beide negativ. Warum die Frau vor der Polizei floh, ist noch nicht bekannt. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, handele es sich aber wohl um familiäre Gründe.

Ihren Anfang hatte die rund 75 Kilometer lange Verfolgungsjagd wegen einer Lappalie genommen. Nach Angaben der Polizei war die Fahrerin einer Streifenwagenbesatzung auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen bei Montabaur aufgefallen. Wegen eines defekten Rücklichts wollten die Beamten sie gegen 8 Uhr aus dem Verkehr winken. Doch anstatt auf dem Seitenstreifen anzuhalten, gab die Frau am Steuer Gas und versuchte, sich der Kontrolle zu entziehen.

Die 21-Jährige beschleunigte den Seat zwischenzeitlich bis auf 140 Stundenkilometer in einem Baustellenbereich, in dem eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern gilt. Kurz darauf wechselte sie von der A3 auf die A560 in Richtung Bonn, anschließend auf die A59 in Richtung Königswinter und schließlich auf die A565 in Richtung Altenahr. Inzwischen folgten ihr nicht nur Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz und Bonn, sondern auch Uniformierte der Autobahnpolizei Köln. Die 21-Jährige fuhr dabei anderen Verkehrsteilnehmern immer wieder dicht auf, bevor sie an der Anschlussstelle Auerberg von der Autobahn abfuhr und ihre Fahrt endete.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Halter des Seats der Vater der Autofahrerin ist. Er hatte sich bereits am frühen Morgen auf einer Polizeiwache in Hessen gemeldet und mitgeteilt, dass seine Tochter den Wagen unerlaubt genommen habe.

Die Beamten beschlagnahmten den Führerschein der Frau und stellten das Auto als Beweismittel sicher. Die Polizisten brachten die 21-Jährige zusammen mit dem Kleinkind zur weiteren Befragung auf eine Polizeiwache. Die junge Frau muss sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Zudem informierten die Beamten das zuständige Jugendamt. Die Vernehmung der 21-Jährigen läuft.