Alte Bonner Volkshochschule: Fraktionen haben Bedenken gegen neue Kita

Alte Bonner Volkshochschule : Fraktionen haben Bedenken gegen neue Kita

Die Stadtverwaltung stößt mit ihrem Vorschlag, in der alten Volkshochschule (VHS) an der Wilhelmstraße eine Kindertagesstätte und Büros für Stadtmitarbeiter einzurichten, auf Vorbehalte in den Ratsfraktionen.

Skeptisch ist vor allem die FDP. Sie hat für eine Vertagung der Beschlussvorlage gesorgt, weil erst die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt werden müssten. Die Stadt zog die Vorlage daraufhin wegen „internen Abstimmungsbedarfs“ zurück.

„Erst muss klar sein, ob der ursprünglich geplante Verkauf der Immobilie nicht die wirtschaftlichere Lösung ist“, begründet der FDP-Fraktionsvorsitzende Werner Hümmrich seine Bedenken. Er erinnert an den Ratsbeschluss, Gebäude und Grundstück als Refinanzierung für das neue Haus der Bildung zu veräußern, in das die VHS umgezogen ist. Die Kosten für den Neubau am Mülheimer Platz waren auf 26,4 Millionen Euro gestiegen.

Die Stadtverwaltung hatte die alte VHS auch schon zum Verkauf angeboten, die Ausschreibung aber im September 2015 gestoppt, um das denkmalgeschützte Gebäude zur Betreuung von Flüchtlingen nutzen zu können. Nach GA-Informationen gab es in der Ausschreibung mehrere Interessenten; es sollen rund drei Millionen Euro geboten worden sein.

Wie Hümmrich bemängelt Georg Fenninger, Fraktionsgeschäftsführer der CDU, dass die Verwaltung die Umbaukosten für eine Kita-Nutzung nicht benannt hat. Diese müssten zusammen mit dem entgangenen Verkaufspreis der Unterbringung in einem anderen Objekt oder einem Neubau auf städtischen Gelände gegenübergestellt werden. „Wenn es wirtschaftlicher sein sollte, die Kita im Altgebäude unterzubringen, können wir dem zustimmen“ , sagt Fenninger. Auch SPD-Frakionschefin Bärbel Richter verlangt zunächst Fakten zum Umbau-Aufwand, etwa in Brandschutzfragen.

Die Verwaltung erklärt, selbst ungefähre Kosten könnten erst nach erfolgter Vorplanung beziffert werden. Es stünden Fördermittel von 750 000 Euro in Aussicht. Sie argumentiert mit dem hohen Bedarf für Kita-Plätze in Bonn-Mitte. Die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren liege nur bei 32 Prozent. Alternativstandorte seien nicht ersichtlich.

Die FDP will allerdings prüfen lassen, ob ein Kita-Neubau am Windeckbunker möglich ist. „Wenn es keine Alternative geben sollte“, sagt Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt, „wird es wohl bei der Kita im VHS-Haus bleiben“. Die Grünen sehen einen Verkauf grundsätzlich skeptisch.

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