Finanzaffäre um früheren Stadtdechanten: Frage nach der Zukunft von Wilfried Schumacher

Finanzaffäre um früheren Stadtdechanten : Frage nach der Zukunft von Wilfried Schumacher

Wie geht es weiter mit dem früheren Bonner Stadtdechanten Wilfried Schumacher? Er selbst hat dem Vernehmen nach zurzeit kein Interesse an einer festen Tätigkeit als Priester.

Zweckgebundene Spenden, die in den vergangenen Jahren der Münsterpfarrei zugewendet worden sind, werden im vorgesehenen Sinn verwendet. Darauf hat am Montag das Generalvikariat ausdrücklich noch einmal verwiesen. Wie berichtet, wurde bei der Prüfung moniert, dass zweckgebundene Spenden in der Buchhaltung nicht separat ausgewiesen, sondern in den allgemeinen Haushalt geflossen und dort auch für Ausgaben benutzt worden seien.

Das bekräftigt das Erzbistum auf Nachfrage. Spendenbeträge seien nach dem Amtsverzicht des früheren Stadtdechanten Wilfried Schumacher in der Buchhaltung „erst bei gezielter Suche identifiziert und gefunden“ und daraufhin wiederhergestellt worden – und zwar bilanziell wie monetär. Als Beispiel hatte das Erzbistum Spenden für die Orgel des Münsters genannt.

Keine Tätigkeit als Priester mehr

Nach Information von Professor Wolfgang Bretschneider, Vorsitzender der Freunde und Förderer der Musik am Bonner Münster, hingegen, ist eine für die Orgel vorgesehene Summe von rund 13.400 Euro „jederzeit abrufbar“ und lediglich buchhalterisch nicht separiert gewesen. Insofern sei die Darstellung unzutreffend, das für die Orgel vorgesehene Geld sei im allgemeinen Haushalt versickert. „Diese Spenden“, sagt Bretschneider im Gegensatz zur Darstellung des Erzbistums, „waren nie gefährdet.“ Derzeit stünden rund 30.000 Euro für die Orgelerweiterung bereit. Das Erzbistum geht davon aus, dass der Förderverein nicht korrekt über die Buchhaltung am Münster informiert war.

(Dieses Video gehört zu einer Kooperation von GA und WDR.)

Unterschiedliche Interpretationen gibt es auch über die weitere seelsorgerische Tätigkeit Schumachers. Man habe ihm darüber ein Gespräch angeboten, sobald er sich wie vereinbart meldet, sagt das Erzbistum; das sei bisher nicht erfolgt. Von einer Zusage für eine weitere priesterliche Tätigkeit Schumachers gehen hingegen dessen Unterstützer aus. Er selbst hat dem Vernehmen nach zurzeit kein Interesse an einer festen Tätigkeit als Priester – momentan betreut er einzelne Menschen seelsorgerisch und macht Vertretungen.

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