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Folgen der Lockerungen: Bonner kehren langsam zur Normalität zurück

Corona-Krise : Die Straßen in Bonn füllen sich wieder

Wie wirken sich die eingeführten Lockerungen in der Corona-Krisenzeit bei den Bonner Bürgern aus? Zählstationen in den Einkaufsmeilen und an Radwegen lassen den Schluss zu, dass sich das Leben weiter normalisiert.

Seit Montag hat Bonn weitere Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen genehmigt, die seit Mitte März zur Eindämmung des Virus eingeführt wurden. Die vergangenen Tage zeigen, dass sich das Leben auf den Bonner Einkaufsstraßen weiter normalisiert. Diesen Schluss lassen zumindest die Zahlen der Online-Plattform hystreet.com zu, die tagesaktuell die Passantenanzahl an drei Bonner Standorten veröffentlicht. Die Zahlen werden mittels Lasermessung erhoben.

Wie ist die Entwicklung der Besucherzahl in der Bonner City in verschiedenen ausgesuchten Zeiträumen seit Beginn der Pandemie verlaufen? Daten dazu und wie sich das Verhalten von Rad- und Autofahrern in dieser Zeit verändert hat, veranschaulicht der folgende Überblick.

Fußgängerzahlen nähern sich Normalwerten an

Am vergangenen Montag (11. Mai) etwa traten erste Lockerungen für Gastro-Betriebe sowie weitere Einzelhändler in Kraft. Die Besucher auf der Sternstraße waren zu der Zeit laut den Zahlen von hystreet.com noch ein wenig zurückhaltend. Zwischen 16 und 17 Uhr wurde ein Spitzenwert von rund 1850 Besuchern gemessen. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert aller gemessenen Montage in der Vergangenheit liegt bei rund 2380 Passanten. Am Dienstag, 12. Mai, stieg die Zahl auf der Bonner Einkaufsmeile zum selben Tageszeitraum auf rund 2070 Besucher an (Durchschnittswert aller gemessenen Dienstage: 2313). Ähnliche Zahlen lassen sich bereits für die vergangene Woche beobachten.

Corona-Krise: Als das öffentliche Leben in Bonn zum Erliegen kam

Generell liegen die Besucherzahlen auf der Sternstraße aktuell jedoch noch ein ganzes Stück unterhalb des Niveaus zwischen dem 2. und 8. März, also der Woche, bevor in Deutschland die ersten Corona-Emfpehlungen gegeben und Großveranstaltungen abgesagt wurden. Hier lag die Zahl noch bei insgesamt rund 187.800 Personen innerhalb einer Woche - also deutlich höher als im Vergleich zur vergangenen Woche (4. bis 10. Mai), wo zusammengenommen rund 116.250 Passanten gemessen wurden. Dennoch geht der Trend deutlich nach oben. Im Vergleich zur Hochzeit der Einschränkungen hat sich das Besucheraufkommen fast verdreifacht. In der Woche vom 23. bis zum 29. März wurden 43.450 Passanten gezählt.

Die Zahl der Radfahrer ist weiterhin hoch

Viele Berufspendler und Besucher nutzen die Kennedybrücke traditionell, um mit dem Fahrrad in die Bonner City oder nach Beuel zu fahren. Die Internetseite eco-public.com veröffentlicht tagesaktuell die Ergebnisse der dortigen Zählstelle, die die Anzahl der vorbeifahrenden Fahrradfahrer in Richtung der Bonner City und nach Beuel registriert. Generell sind trotz der Pandemie seit Anfang März die Zahlen der dort vorbeifahrenden Radfahrer - auch wetterbedingt - fast stetig gestiegen: Die Woche vor den ersten Pandemie-Einschränkungen (2. bis 8. März) waren es auf der Kennedybrücke insgesamt 24.690 Fahrradfahrer. Vom 23. bis zum 29. März (Einführung der bundesweiten Kontaktsperre) fiel der Wert zwar etwas ab auf 21.080, stieg dann aber im weiteren Verlauf bis zur Woche zwischen dem 27. April und 3. Mai auf 42.615 an (Vergleichszahl des selben Zeitraums im Vorjahr: 40.899 Räder). In der vergangenen Woche (4. bis 10. Mai) stieg die Zahl weiter stark an auf 58.523 Räder (Vorjahreszeitraum: 48.415).

Wie sieht es auf den Autobahnen rund um Bonn herum aus?

Auch die Zahlen von Straßen.NRW hinsichtlich des Pkw- und Lkw-Verkehrs auf den Autobahnen Nordrhein-Westfalens weisen daraufhin, dass sich das Leben der Menschen weiter normalisiert. Im Vergleich zum Zeitpunkt kurz nach Einführung der bundesweiten Kontaktsperre (nach dem 23. März), wo die Fahrzeugzahlen um bis zu 70 Prozent sanken, fahren laut Straßen.NRW aktuell nur noch 30 Prozent weniger Pkw und Lkw auf den Autobahnen.

Auch die Staumeldungen sind in den vergangen Wochen seit Beginn der Pandemie-Maßnahmen wieder deutlich angestiegen. Waren es in der Woche vom 23. bis zum 27. März lediglich 629 Staumeldungen mit einer Gesamtlänge von 572 Kilometern, stieg die Zahl in der Woche vom 20. bis 24. April wieder auf 1373 Staumeldungen und eine Gesamtlänge von 1388 Kilometern. Allerdings ist das immer noch nur knapp ein Fünftel der Kilometerzahl von Anfang März (6322 km).