Europatag in Bonn: Flüchtlingssituation im Blickpunkt

Europatag in Bonn : Flüchtlingssituation im Blickpunkt

Wie lange braucht man, um von Sizilien bis nach Spitzbergen zu gelangen? Rund 20 Sekunden, wenn man schnell ist. Einige Kinder stoppten die Zeit, die sie brauchten, um an der Kletterwand mit Europakarte nach oben zu klettern und die Glocke an der Spitze der Pyramide zu läuten.

Einige Kinder stoppten die Zeit, die sie brauchten, um an der Kletterwand mit Europakarte nach oben zu klettern und die Glocke an der Spitze der Pyramide zu läuten. Die stand am Samstag vor dem Alten Rathaus, das seine Tore für den Europatag geöffnet hatte. Auch der Bonner EU-Parlamentarier Axel Voss versuchte sein Glück, brauchte aber erheblich länger und brach etwa auf Höhe von Deutschland ab.

„Ankommen in Europa“ lautete das Thema, das der Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Franz-Josef Lersch-Mense, für dieses Jahr ausgegeben hatte. Der Chef der NRW-Staatskanzlei spielte damit natürlich auf die Flüchtlingssituation als Herausforderung für Europa an. Darüber konnte man sich auf dem Marktplatz an Ständen der verschiedenen Parteien und in einem Pavillon der EU-Kommission unterhalten.

Im Rathaus hatten verschiedene europäisch und entwicklungspolitisch aktive Institutionen, Vereine und Organisationen ihre Stände aufgebaut. Auch mehrere Europaschulen und Partnerschaftskomitees waren vertreten, darunter das von Beuel-Mirecourt, und diverse Ländergesellschaften warben für die Nationen, die sie vertraten. Die Deutsch-Kroatische Gesellschaft hatte landestypische Spirituosen mitgebracht, bei der Deutsch-Französischen konnte man unter anderem Käse probieren, und die Deutsch-Ungarische präsentierte das osteuropäische Land als Weinanbauregion.

Vorrangig interessierten sich die Besucher für touristische Informationen, aber auch Politisches konnte man bei den Gesellschaften ansprechen. Präsident Viktor Orbán sei zwar beim ungarischen Volk nicht beliebt, sagte Stefan Fassbender von der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft. Aber in der Flüchtlingspolitik stehe es weitgehend hinter ihm. Der Tourismus sei davon weitgehend unbeeinflusst.

Die Türkei hat da schon mehr Probleme. „Viele Leute sagen, das ist ein tolles Land, aber dieses Jahr trauen wir uns nicht“, sagte Rosemarie Kuper von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft, an deren Stand man unter anderem die türkische Süßigkeit Lokum probieren konnte. Das liege auch an der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. „Ich finde, man sollte immer vorsichtig reisen.“

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