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Kommentar zu den Stadtwerken in der Corona-Krise: Flexibel reagieren

Kommentar zu den Stadtwerken in der Corona-Krise : Flexibel reagieren

Volle Buslinien stärken, leere ausdünnen, wo es vielleicht eine Bahn als Alternative gibt. Dafür sollten die Bürger das notwendige Verständnis aufbringen, kommentiert GA-Redakteur Philipp Königs.

Die Stadtwerke haben mit der Umstellung auf den Samstagsfahrplan auf die Schließung von Schulen, Kindergärten und das überhaupt stark zurückgegangene Fahrgastaufkommen reagiert, das mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens einhergeht. Diese Entscheidung ist auch deshalb sinnvoll, weil es die Fahrerschaft in gewissem Maße schont und Reserven lässt für den gar nicht so unwahrscheinlichen Fall, dass der Coronavirus auch in diesen Reihen seinen Wirt finden könnte.

Wenn der öffentliche Nahverkehr in der Folge mehrerer Ansteckungen tatsächlich auf einen stärker als bisher eingeschränkten Notfahrplan umstellen müsste, wären die Auswirkungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch weit gravierender als bisher.

Hätte man nun ahnen können, dass gerade die viel genutzten Buslinien hoch auf den Venusberg bei einem ausgedünnten Fahrplan aus allen Nähten platzen würde, weil Schichtdienst als Pfleger und Arzt im Krankenhaus nun einmal Schichtdienst ist und sich nur schlecht von daheim erledigen lässt? Vielleicht. Doch entscheidender ist, dass die Verkehrsbetriebe sofort auf diesen Umstand reagieren.

Es ist der Bevölkerung tatsächlich schwer zu vermitteln, wenn das medizinische Fachpersonal auf dem Weg zur Arbeit in Zeiten wie diesen ähnlich eng zusammenstehen muss wie die Sardinen in der Büchse. Volle Buslinien stärken, leere ausdünnen, wo es vielleicht eine Bahn als Alternative gibt. Dafür sollten die Bürger das notwendige Verständnis aufbringen.