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Flaschenpost aus Bonn wird in Neuseeland gefunden - Sieben Jahre unterwegs

Nach sieben Jahren in Neuseeland gefunden : Die Geschichte hinter der Flaschenpost aus Bonn

Maja und Silas Gogos haben zusammen mit zwei Freunden vor sieben Jahren eine Flaschenpost in Bonn in den Rhein geworfen. In Neuseeland wurde sie nun gefunden. Jetzt suchen die Gogos wiederum die Finder der Flaschenpost.

So ganz glauben kann es Familie Gogos aus Bonn immer noch nicht: Vor mehr als sieben Jahren haben Silas und Maja Gogos zusammen mit ihren beiden Freunden Frida und Jon eine Flaschenpost in den Rhein geworfen. Unterhalb des Biergartens „Schänzchen“ befindet sich eine Rampe, die in den Rhein führt – von dort warfen die Kinder das blaue Plastikfläschchen, das es in Souvenirläden zum normalen Versand mit der Post zu kaufen gibt, in den Fluss. Vergangenen Dienstag dann die Überraschung: Drei Mädchen und ein Junge haben die Flasche gefunden. In Auckland, Neuseeland.

„Ich hatte mich sehr gewundert, weil der Brief an meine beiden Kinder und ihre Freunde adressiert war. Allerdings standen dort nur ihre Vornamen. Unsere Adresse war zudem falsch geschrieben“, erzählt Mutter Julia Gogos. Die Familie konnte die Luftpost aus dem fernen Neuseeland überhaupt nicht zuordnen, umso größer war die Überraschung und vor allem die Verwunderung, dass in dem Brief die sieben Jahre alte Flaschenpost  war.

Familie Gogos dachte, dass die Flasche irgendwo hängenbleibt

„Ich bin davon ausgegangen, dass sich die Flasche irgendwo in Mondorf in einem Gebüsch verfängt – vielleicht hätte sie es auch bis in die Niederlande geschafft“, sagt die 42-Jährige lachend. Dass die Post aber bis nach Neuseeland treiben würde: undenkbar. Vor allem habe die Familie die Botschaft sehr schnell vergessen. Man habe sie in den Rhein geworfen, ohne sich Hoffnungen zu machen, eine Rückmeldung zu erhalten. „Die Nachricht, die wir auf dem Zettelchen verfasst hatten, war im Nachhinein etwas stümperhaft. Hätten wir gewusst, dass sie so eine lange Reise macht, hätten wir uns mehr Mühe gegeben“, so die Familienmutter. „Ich hatte die Flaschenpost schon vergessen, ich war damals fünf Jahre alt“, sagt Maja. Silas, damals sieben Jahre alt, erinnert sich noch, dass sie die Flasche sehr gut verschlossen hatten.

Dieses Schreiben hat die Familie in der vergangenen Woche erhalten. Foto: Mühlens

Den Weg der Flasche von Bonn nach Auckland (Luftlinie 18.000 Kilometer) kann man nur erahnen. „Wenn man sich Bilder der Meeresströmungen anschaut, so kann man sich schon einen Weg um Afrika herum vorstellen“, erklärt Ulrich Callies, Strömungsexperte am Institut für Küstenforschung im schleswig-holsteinischen Geesthacht. Meereströmungen seien „stark vom Wetter getrieben“, erläutert der Experte, daher könnten sich diese immer wieder ändern. „Damit  ist es dann auch nicht unplausibel, dass die treibende Flasche es schafft, von einem Wirbel in einen anderen zu wechseln“, so Callies. Die Flasche könnte daher an der Westküste Afrikas zum Äquator gedriftet sein, dann weiter an der Ostküste Südamerikas und schließlich nach Osten in Richtung Neuseeland. „So könnte es gewesen sein, muss es aber nicht“, so der Experte. Die Flasche musste sich auch erst einmal einen Weg von Bonn in Richtung Nordsee bahnen. Es handle sich um ein Rätsel, das man nie wirklich lösen könnte, so Callies. Die Plastikflasche war so leicht, dass sie aus dem Wasser herausragte und deshalb auch vom Wind getrieben wurde.

Familie sucht neuseeländische Finder

Der Weg der Flaschenpost von Bonn nach Neuseeland Foto: Grafik GA

Nun möchte die Familie die Absender unbedingt ausfindig machen. Denn eine Adresse oder einen Nachnamen haben die Finder aus Neuseeland nicht hinterlassen. Die Gogos wissen nur, dass sie Scott, Julia, Lea und Alice Joy heißen.  Familienvater Christian Gogos verfasste deshalb noch am Dienstagabend einen Eintrag bei Facebook, in dem er die Absender sucht. Bis Montagnachmittag wurde der Beitrag 772 Mal geteilt und 115 Mal kommentiert – auch von vielen Neuseeländern. „Mindestens drei Viertel der Kamelle, die wir sammeln, wollen wir als Dank an die Finder schicken“, so Christian Gogos. „Es wäre spannend, zu erfahren, wer die Finder sind. Vielleicht sind es auch vier Freunde“, so Julia Gogos.