Hubschrauber im Einsatz: Festnahmen nach Überfällen auf Tankstellen in Bonn

Hubschrauber im Einsatz : Festnahmen nach Überfällen auf Tankstellen in Bonn

In Bonn-Duisdorf und Bonn-Röttgen sind am Wochenende zwei Tankstellen überfallen worden. Zwei Verdächtige sind bereits festgenommen worden, nach einem weiteren fahndet die Polizei.

Schneller Fahndungserfolg für die Bonner Polizei: Nach zwei Überfällen auf Tankstellen am späten Samstagabend auf Bonner Stadtgebiet haben die Ermittler noch in der Nacht zu Sonntag zwei Verdächtige festgenommen.

Zunächst hatten zwei Täter gegen 22.05 Uhr eine Tankstelle an der Reichsstraße in Bonn-Röttgen überfallen und dabei die Angestellte attackiert, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Einer der Verdächtigen bedrohte die Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Die Frau händigte mehrere hundert Euro an die Männer aus, die daraufhin in Richtung eines Supermarktes flohen.

Erfolgreiche Hubschrauberfahndung

Die Angestellte alarmierte die Polizei, die zur Fahndung auch einen Hubschrauber einsetzte. Über eine Wärmebildkamera wurde kurze Zeit später in einem Waldstück nahe des Tatorts eine Person entdeckt, woraufhin die Hubschrauberbesatzung die Fahndungskräfte am Boden an den Verdächtigen heranführte. Nach der Überprüfung wurde der 21-Jährige vorläufig festgenommen. Bei seiner Durchsuchung wurde die mutmaßliche Beute aufgefunden und sichergestellt. Auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft wurde er dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Der zweite Täter ist der Polizei zufolge noch auf freiem Fuß. Er ist Zeugenbeschreibungen zufolge etwa 25 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß und von südländischem Typ. Er sprach Hochdeutsch mit einem leichten Akzent und trug ein dunkles Kapuzenshirt mit helleren Schultern sowie eine dunkle Hose. Zudem war er mit einem Gesichtstuch maskiert.

Angestellte mit Messer bedroht

Fast zwei Stunden nach dem Überfall in Röttgen wurde die Polizei nach Duisdorf gerufen, wo ein maskierter Mann eine Tankstelle an der Rochusstraße ausgeraubt hatte. Gegen 23.45 Uhr überraschte der Täter der Polizei zufolge die beiden Angestellten, bedrohte sie mit einem langen Messer und forderte die Herausgabe von Bargeld.

Nach den bisherigen Ermittlungen hielt er einem der Mitarbeiter das Messer an den Hals und forderte den anderen auf, Bargeld aus dem Verkaufsraum zu holen. Nachdem der Mitarbeiter das Geld aushändigte, flüchtete der Mann vom Tatort. Der mit dem Messer bedrohte Mitarbeiter stehe unter Schock, sei aber nicht weiter verletzt worden, teilte Robert Scholten, Pressesprecher der Polizei, auf GA-Anfrage mit.

Polizeibekannter Jugendlicher

Auch hier konnte die Polizei den Verdächtigen schnell stellen: Unweit des Tatorts wurde kurze Zeit später ein 18-Jähriger überprüft und vorläufig festgenommen. Der Jugendliche, der auf den Gebieten der Gewalt- und Eigentumskriminalität bereits polizeibekannt ist, führte in einer Tasche neben dem mutmaßlichen geraubten Bargeld auch eine Sturmhaube sowie ein Messer mit. Die Beamten stellten die Gegenstände sicher. Ein Richter erließ später auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 18-Jährigen.

Die Ermittler prüfen, ob die Verdächtigen aus beiden Fällen für weitere Straftaten verantwortlich sind. Die beiden Überfälle hängen dem aktuellen Ermittlungsstand nach nicht miteinander zusammen. "Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang", erklärte Scholten. Die Ermittlungen dauern an.

Hinweise zum flüchtigen Täter nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer 0228/150 entgegen.