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Fahrplanwechsel in Bonn wegen Corona-Krise: Stadtwerke reagieren

„Lernen stündlich dazu“ : Stadtwerke Bonn reagieren auf Kritik am Fahrplanwechsel

Nach der Umstellung auf den Samstagstakt hat es auf einigen Bonner Buslinien Probleme gegeben. Gerade morgens und nachmittags sind Pendler dicht gedrängt unterwegs gewesen oder haben warten müssen. Die Stadtwerke reagieren auf die Kritik und verstärken das Angebot.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan hat die Rückkehr zum normalen Fahrplan im öffentlichen Nahverkehr bei den Stadtwerken angeregt. „Ich habe Anja Wenmakers, die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bus und Bahn, gebeten, wieder im normalen Takt zu fahren, damit die Fahrgäste nicht so dicht gedrängt sitzen und stehen“, sagte Sridharan. SWB-Kommunikationsleiter Jürgen Winterwerp sagte, Wenmakers habe daraufhin Kontakt mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) aufgenommen, „denn eine solche Entscheidung kann nur im Verbund getroffen werden“.

Der OB reagiert damit auf Kritik von Fahrgästen, die sich besonders über die vollen Linienbusse beklagten, die hoch auf den Venusberg zum Marienhospital und zu den Unikliniken fahren. Die Bonner SPD-Fraktion hatte in einem offenen Brief an Oberbürgermeister und Stadtwerke ebenfalls auf die überfüllten Busse aufmerksam gemacht und verstärkte Fahrten auf frequentierten Strecken angeregt, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Seit Mittwoch fahren Busse und Bahnen nach Samstagsfahrplan. Hauptgrund ist das geringere Fahrgastaufkommen nach Schließung der Schulen und Kindergärten und einem allgemein eingeschränkten Fahrgastaufkommen nach den Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Ein UKB-Mitarbeiter hatte ein Foto aus einem Linienbus, der am Mittwochmorgen auf den Venusberg zu den Unikliniken Bonn (UKB) gefahren ist, auf dessen Facebook-Seite gepostet: Fahrgäste dicht gedrängt, eine Dame hält sich eine Schutzmaske vor Mund und Nase. Ein Leser des GA merkte an, die Umstellung auf den Samstagsfahrplan habe Haken: Gerade morgens und nachmittags sei die Nachfrage für Pendler besonders hoch, zu dieser Zeit sei aber der Samstagstakt oft nicht ausreichend. Als Beispiel nannte er die Bahnlinie 16 zwischen Köln und Bonn.

Die Bonner SPD-Fraktion hatte in der Sache einen offenen Brief an Oberbürgermeister Ashok Sridharan und die Stadtwerke geschrieben und gebeten, gerade die Fahrten zu den Krankenhäusern in den Blick zu nehmen und zu verstärken.

Die SWB reagierten bereits auf die Kritik: „Wir haben auf den Linien 601 und 600 verstärkt. Auf der 600 rollen seit heute keine Solo-Busse mehr, diese haben wir gegen Gelenkzüge ausgetauscht“, teilte Winterwerp mit. Diese Linien fahren auf den Venusberg, wo auf halber Höhe das Marienhospital liegt. Winterwerp erklärte: „Auch wir lernen in dieser Krise stündlich dazu.“ Die SWB würden Freitagfrüh und in der Mittagszeit, etwa zum Schichtwechsel in den Krankenhäusern, mit weiteren Bussen gezielt aufstocken. „Zusätzlich lassen wir die Lage von Mitarbeitenden am Zentralen Busbahnhof beobachten.“ Seit Montag haben die SWB zudem die Hygienemaßnahmen in den Bussen verschärft. Ein- und Ausstieg erfolgen nur noch über die hintere Tür.

Seit Montag haben die SWB zudem die Hygienemaßnahmen in den Bussen verschärft. Ein- und Ausstieg erfolgen nur noch über die hintere Tür. Mit Absperrband sind die Fahrerkabinen von den Busfluren getrennt.

Stadtwerke wollen Fahrzeuge nicht täglich desinfizieren

SWB und KVB haben entschieden, ihre Fahrzeuge nicht täglich zu desinfizieren, wie es in einigen Städten gehandhabt wird. Sobald der erste Fahrgast die Fahrzeuge betrete, sei es mit der Sterilität vorbei, begründen SWB und KVB. Bei einigen Bahnbaureihen öffnen Bahnfahrer – wenn möglich – die Türen automatisch, damit Pendler nicht unnötig Knöpfe drücken müssen.

Am Dienstag hatten die SWB angekündigt, ab Mittwoch nach dem Samstagsfahrplan zu fahren und die Fahrtzeiten in die App SWB Easy.Go einzupflegen. Die Samstagfahrten waren im Rahmen des Bundesprojekts Lead City aufgestockt worden. Laut SWB gibt es dort bislang keinen bestätigten Corona-Fall.