Wissenschaftsforum in Bonn: Experten reden über das Gehirn

Wissenschaftsforum in Bonn : Experten reden über das Gehirn

Eckard von Hirschhausen fordert das Publikum auf, den Mund weit aufzureißen und möglichst dumm zu gucken. "Versuchen Sie jetzt, acht mal 13 zu rechnen", sagt er den 1400 Gästen im Maritim-Hotel. Es herrscht Stille.

"Sehen Sie, das klappt nicht. Wenn Sie sich dumm aussehen lassen, sind Sie auch dumm", erklärt der Komiker mit Doktortitel. Das habe mit Wissenschaft zu tun. Wer etwas von sich denke, fülle es aus. Im Umkehrschluss bedeute das: Durch das Verhalten lassen sich Vorgänge im Gehirn beeinflussen.

"Zu unserer Veranstaltung kommen Profis wie Unternehmensberater und Manager", sagte Torsten Seelbach, der sich mit seiner Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement darauf spezialisiert hat, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Das Wissenschaftsforum am Samstag im Maritim war die größte Veranstaltung, die er jährlich organisiert. "Für mich ist das eine berufliche Fortbildung", sagte Brigitte Pajonk, die mit ihrem Partner Wolf Heidenreich gekommen war. Als Beraterin für "Work-Life-Balance", also das Zusammenspiel zischen Arbeit und Leben, konnte sie Ratschläge der Redner gebrauchen. So habe beispielsweise der Mensch zu jeder Zeit die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Wegen zu entscheiden. "Es ist nie aussichtslos, man muss sich nur vorher klare Gedanken darüber machen, was welche Konsequenzen mit sich bringt und dann abwägen", erzählte sie.

Obwohl drei renommierte Wissenschaftler und Hirschhausen davon berichteten, wie das menschliche Gehirn funktioniert und wie man dieses Wissen durch Motivationen und Übungen für ein entspannteres und erfolgreicheres Berufsleben nutzen kann, war der Star der Nobelpreisträger Eric Kandel. Seit 50 Jahren widmet er sich neuronalen Vorgängen und hat die wesentlichen molekularbiologischen Mechanismen des menschlichen Gehirns entschlüsselt. Anhand der Studien über einfache Erinnerungen der Meeresschnecke Aplysia erklärte er, wie sich Langzeitgedächtnis im Wachstum synaptischer Verknüpfungen widerspiegelt. Und welche Formen der Erinnerungen es gibt: die für Wahrnehmungen und für motorische Fähigkeiten sowie die für komplexe Sachverhalte und Ereignisse.

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