Physikshow an der Uni Bonn: Experimente mit Vakuumkanone und Feuertornado

Physikshow an der Uni Bonn : Experimente mit Vakuumkanone und Feuertornado

Was ist eigentlich Materie? Dieser Frage gingen die Physikstudenten um Professor Herbert Dreiner am Freitag auf den Grund. Rund 300 Besucher verfolgten gespannt die Experimente, die die Studenten bei der Show zeigten.

Auf einer Reise durch Raum und Zeit trafen sie unter anderem den weltberühmten Physiker Ernest Rutherford, der die Struktur eines Atoms in wenigen Worten auf den Punkt brachte, und kamen dem sagenumwobenen Higgs-Teilchen auf die Spur. Später lernten die Besucher noch die Vakuumkanone und den Feuertornado kennen, bei dem durch Drehbewegungen einer Schale mit Brennpaste, die von einem luftdurchlässigen Gitter umgeben war, eine meterhohe Flammensäule entstand. Besonders beliebt sind die Experimente, bei denen es laut knallt, weiß Herbert Dreiner. „Da sind dann immer alle ganz erschrocken“, sagte Dreiner.

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet er nun schon an verschiedenen Physikshows. Mit seinen Studenten tourt der Professor, der von allen nur liebevoll „Herbie“ genannt wird, durch ganz Europa. Gezeigt wurde die Show unter anderem schon in England, Italien und Dänemark. In diesem Jahr geht es für die Gruppe nach Portugal. Wegen der vielen Auftritte im Ausland gibt es die Show normalerweise nur auf Englisch zu sehen. „Irgendwann haben wir dann beschlossen, auch in Deutschland rumzufahren.“ In Bonn feierte die Show nun Premiere auf Deutsch. Nächste Woche sind die Darsteller dann in Mainz zu Gast.

„Uns geht es vor allem darum, zu zeigen, wie spannend die Physik eigentlich ist“, erklärte Katharina Hortmanns. Die Masterstudentin ist seit fünf Jahren bei der Show dabei. Zeit zum Studieren bleibt nebenbei trotzdem. Die Proben fangen erst etwa zwei Wochen vor der Premiere an, und die Auftritte liegen grundsätzlich immer in den Semesterferien. Für sie und ihre Mitstudenten ist es eine große Herausforderung, die anspruchsvollen physikalischen Gesetze einfach und verständlich zu erklären - ohne dass es langweilig wird.

„Indem sie Kindern und Jugendlichen, die noch nie etwas von Physik gehört haben, die kompliziertesten Dinge erklären, testen die Studenten frühzeitig ihr Wissen. Das ist eine Superübung, gerade auch für die früheren Semester“, so Dreiner. Denn wenn Atome mit Gummibärchen verglichen werden, ist selbst Physik auf einmal kinderleicht.

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