Neubauten am Hauptbahnhof: Ex-Planer lehnen Farbe der Fassade am Nordfeld ab

Neubauten am Hauptbahnhof : Ex-Planer lehnen Farbe der Fassade am Nordfeld ab

Frühere Planer der Fassade am Bonner Nordfeld haben sich in die Diskussion um die Farbgestaltung der Neubauten eingemischt. Sie kritisieren die Wirkung der dunklen Steine auf das Gesamtbild am Hauptbahnhof.

Frühere Mitarbeiter des Bonner Planungsamts schalten sich in die Debatte um die Fassadengestaltung der Neubauten ein, die auf dem Nordfeld gegenüber dem Hauptbahnhof bis 2020 entstehen werden. Aus Sicht von Klaus Bouchon, Ursula Dambleff, Sadek El Banna und Martina Rütz würde die dunklere Struktur der Steine "dem ohnehin groß dimensionierten Gebäude eine zusätzliche Massivität und damit eine Dominanz geben, die an dieser Stelle städtebaulich nicht erwünscht sein kann". Fotos waren einer Verwaltungsvorlage beigefügt und zeigen die vorgesehenen Klinkermuster.

Die ehemaligen Planer sehen in der Anmutung der Fassade "nicht einfach eine Frage des Geschmacks, sondern eine grundsätzliche Gestaltungsfrage". Die aufgeweitete Poststraße sollte "eine gewisse harmonische und ruhige Gestaltung haben". Eine - wie geplant - helle Fassade auf der einen und eine dunkle auf der anderen Straßenseite "würde eine nicht verträgliche Unruhe in das Blickfeld von der Innenstadt zum Bahnhof bringen", meinen sie.

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude sollte Hauptblickfang bleiben. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sollten alles unternehmen, um zur hellen Farbe zurückzukehren. Nach Anträgen von CDU und Allianz für Bonn hat der Planungsausschuss beschlossen, die Verwaltung möge in dieser Richtung erneut Gespräche führen. Die Auswahl der Steine war in Abstimmung mit der Verwaltung erfolgt.

Der Investor "Die Developer" hatte die veröffentlichten Fotos als überbelichtet bezeichnet. Bei einer Mustervorführung im Ausschuss machten die Steine tatsächlich einen helleren Eindruck.