Kommentar zur Pflanzenplage im Rheinauensee: Erst einmal mähen

Kommentar zur Pflanzenplage im Rheinauensee : Erst einmal mähen

Zum Saisonstart kann auf dem Rheinauensee erst einmal kein Modellboot fahren. Der Grund ist ein grüner Teppich aus Schlingpflanzen und Algen, der auf dem See schwimmt.

Der Bonner Bötchensee hat seinen Namen nicht mehr verdient, weil die ferngesteuerten Dampfer und Segler gegen die wuchernden Schlingpflanzen nicht mehr ankommen. Seit mehreren Jahren schon. Das war natürlich 1979 ganz anders, als die Rheinaue mit der Bundesgartenschau zu einem bedeutenden Erholungsgebiet der Stadt wurde und der verwinkelte See noch klar war.

Die Jahrzehnte hinterlassen aber ihre Spuren, so dass jetzt überall Wasserpflanzen an die Oberfläche stoßen. Das ist alles nicht so schlimm, sieht aber auch nicht schön aus. Ein wenig wäre schon geholfen, wenn Parkbesucher es sich verkneifen könnten, die Enten zu füttern. Viel schlimmer sind aber die Leute, die ihre Aquarien in der Rheinaue auskippen, wie es Mitglieder vom Schiffmodellclub schon beobachtet haben. So gelangen dann fremde Fische, Schnecken und auch Krankheiten ins Gewässer.

Es ist sicherlich sinnvoll, jetzt erst einmal mit einem Spezialboot die wuchernden Pflanzen zu mähen. Zumindest im Abschnitt zwischen Post Tower und Südbrücke wäre da schon vielen geholfen: Die Schiffsmodellbauer könnten bei ihren wöchentlichen Treffen ihre Boote wieder zu Wasser lassen, woran nicht nur Kinder beim Zuschauen Spaß haben. Nebenan wird sich auch der Vermieter der Tret- und Ruderboote freuen, wenn seine Kunden nicht bei jedem Paddelschlag irgendwelche Ranken aus dem See ziehen.

Die Fachleute der Stadt sollten aber genau hinschauen, wenn sie sich für eine Grundreinigung entscheiden. Denn es ist klar, dass die nicht billig wird und bei dem flachen Gewässer auch nur eine Zeit lang etwas nutzt. Vielleicht kann man ja mal in anderen Kommunen abfragen, welche Erfahrung die mit der Reinigung ihrer Seen gemacht haben.

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